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Wer wird das Land regieren?

05.08.2021 05:30, Von Philipp Brandstädter — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Am 26. September ist Bundestagswahl. Die Erwachsenen wählen dann ein neues Parlament. Sie geben dabei unter anderem eine Stimme für eine Partei ab, die sie am besten finden. Wir stellen Parteien vor. Außerdem entscheidet sich, wer neuer Bundeskanzler oder Bundeskanzlerin wird.

Bald dürfen mehr als 60 Millionen Menschen in Deutschland eine wichtige Entscheidung treffen: Am Sonntag, 26. September, wählen sie einen neuen Bundestag. Dieser bildet eine neue Regierung, die über viele politische Themen bestimmen kann. Hier erfährst du mehr über die großen Parteien in Deutschland und was ihre Ziele sind.

CDU/CSU

PARTEI: Die Christlich Demokratische Union Deutschlands ist die Partei, die in Deutschland bislang am häufigsten regiert hat. Sie wird also meistens von sehr vielen Menschen gewählt. Die CDU arbeitet mit einer anderen Partei zusammen: mit der CSU. Die Abkürzung steht für Christlich-Soziale Union. Sie kann nur von Menschen im Bundesland Bayern gewählt werden. Die CDU dagegen tritt in allen anderen Bundesländern an. Gemeinsam werden die Parteien auch Union genannt.

PERSONEN: Besonders spannend ist die Wahl diesmal, weil vorab schon klar ist: Ein neuer Bundeskanzler oder eine neue Bundeskanzlerin wird das Land danach anführen. Jetzt gerade hat noch Angela Merkel von der CDU diesen Job. Sie tritt aber nicht wieder an. Also kann sie auch nicht wiedergewählt werden. Kanzlerkandidat der Union ist diesmal Armin Laschet. Er ist Vorsitzender der Partei und zurzeit Ministerpräsident des Bundeslands Nordrhein-Westfalen.

THEMEN: Die Union will die meisten Stimmen gewinnen. In aktuellen Umfragen liegt sie gerade vorne. Ein Ziel ist es, die Wirtschaft in Deutschland nach der Corona-Krise wieder in Schwung zu bringen. Das soll unter anderem die Arbeitsplätze sichern. Auf Bahnhöfen und Straßen etwa soll die Polizei häufiger unterwegs sein, um mehr Sicherheit zu schaffen. In der Corona-Krise hat der Staat außerdem neue Schulden gemacht. Das soll möglichst bald nicht mehr der Fall sein.

GRÜNE

PARTEI: Die Partei Bündnis 90/Die Grünen ist ein paar Jahrzehnte jünger als etwa die Union, die SPD oder die FDP. Sie entstand, als Menschen gegen die Zerstörung der Umwelt und die Nutzung von Atomkraft protestierten. Heute spielt der Umweltschutz bei fast allen Parteien eine Rolle. Und die Grünen protestieren weniger. Ihre Politik soll alle Leute ansprechen. In mehreren Bundesländern sind sie Teil der Regierung.

PERSONEN: Die Grünen sind zurzeit bei vielen Leuten beliebt. Deshalb stellt die Partei auch zum ersten Mal jemanden auf, der Bundeskanzler werden möchte. Genauer gesagt: Bundeskanzlerin. Denn die Grünen schicken gleichzeitig die einzige Frau ins Rennen um die Nachfolge von Angela Merkel. Sie heißt Annalena Baerbock. Sie ist zusammen mit dem Grünen-Politiker Robert Habeck die Vorsitzende ihrer Partei.

THEMEN: Die Grünen wollen regieren. Zwischenzeitlich hatte die Partei sogar mehr Zuspruch als die CDU.

Das liegt wohl auch daran, dass den Leuten der Klimaschutz immer wichtiger wird. Das Thema verbinden viele vor allem mit den Grünen. Um mehr Klimaschutz zu erreichen, wollen die Grünen etwa das Schienennetz und Radwege ausbauen und mehr Windräder bauen.

Die Grünen haben aber auch zu anderen Themen Ideen. Menschen ohne Arbeit sollen etwas mehr Geld vom Staat bekommen. Kaputte Schulen sollen schneller renoviert werden.

SPD

PARTEI: Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands gilt ursprünglich als die Partei der Arbeiter. Sie hat die meisten Mitglieder unter den Parteien in Deutschland. Doch die SPD will auch von anderen Leuten gewählt werden. Einige Male hat schon ein Bundeskanzler der SPD das Land regiert. Im Moment regiert die SPD zusammen mit der Union. Dies wird auch Große Koalition genannt.

PERSON: Bei der SPD war schon früh klar: Olaf Scholz ist unser Spitzenkandidat. Würde die SPD die Wahl also gewinnen, wäre dieser der neue Bundeskanzler. Olaf Scholz ist schon jetzt als Minister Teil der Regierung. Als Finanzminister kümmert er sich um die Ausgaben und Einnahmen des Staates.

THEMEN: Wenn jetzt schon Wahlen wären, würde die SPD wohl nicht die meisten Stimmen erhalten, zeigen bislang die Umfragen. Aber der Wahlkampf dauert ja noch eine Weile. In diesem Wahlkampf wirbt die SPD unter anderem mit mehr Geld für Leute, die bislang besonders wenig Stundenlohn erhalten.

Die Partei verspricht außerdem den Wählerinnen und Wählern auch noch, die Schulen in Deutschland digitaler zu machen. Die Zahl der Erziehungs- und Lehrkräfte soll in weniger als zehn Jahren verdoppelt werden. Auf Autobahnen soll man künftig nicht schneller als 130 Stundenkilometer fahren dürfen.

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