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Wenn Kater "Socke" seinen Wohlfühl-Krach macht

27.09.2008 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

In der Küche meiner Eltern kommt es manchmal zu lustigen Szenen. Dann sitzen alle um den Tisch herum und plaudern, und plötzlich fragt einer: „Was ist das eigentlich für ein Geräusch?“ Alle schauen sich nach dem komischen Brummen um – und finden „Socke“, den großen roten Kater. Er hat sich in einem Körbchen auf der Küchenanrichte eingerollt und schnurrt!

Das Geräusch einer schnurrenden Katze kann man sogar fühlen, denn die ganze Katze vibriert dabei. „Am besten spürt man das am Rumpf“, sagt der Katzen-Experte Gustav Peters. Die Katze zeigt damit, dass sie sich wohlfühlt. Auch Babykatzen können schon laut und kräftig schnurren. Wenn sie bei ihrer Mutter Milch saugen, schnurrt die ganze Katzenfamilie. So wissen die Babys, dass alles in Ordnung ist. Es kommt aber auch vor, dass verletzte Katzen schnurren. Dabei fühlen sie sich bestimmt gar nicht wohl, sondern haben Schmerzen! Vielleicht, glaubt Gustav Peters, beruhigen sie sich damit selbst. Oder sie wollen den Menschen in ihrer Nähe sagen: „Ich tu dir nichts, tu du mir auch nichts!“

So ganz genau weiß man noch nicht, warum Katzen eigentlich schnurren. Und wie sie schnurren, ist auch schwer herauszufinden! Gustav Peters arbeitet am Museum Alexander König in Bonn. Er ist einer von wenigen Wissenschaftlern, die das untersucht haben. Er sagt, das Schnurren entstehe im Kehlkopf – also dort, wo auch die Stimme herkommt.

Der Kehlkopf sitzt im Hals, an einer Stelle, an der die Atemluft vorbeimuss. Im Kehlkopf gibt es zwei sogenannte Stimmlippen. Sie können sich öffnen und schließen. Damit regeln sie, wie viel Luft an ihnen vorbeikommt. Mit ihnen sprechen wir, und Katzen nutzen sie zum Maunzen. Zum Schnurren aber benutzen sie ihre Muskeln am Kehlkopf. Diese Muskeln halten die verschiedenen Teile des Kehlkopfes zusammen. Beim Schnurren bewegen sie sich sehr schnell. Die Luft, die an ihnen vorbeikommt, wird dadurch in Schwingungen versetzt. So entsteht das typische Schnurr-Geräusch, und die Schwingungen breiten sich über den ganzen Katzenkörper aus. „Katzen bringen es fertig, viele Minuten lang gleichmäßig sowohl beim Einatmen als auch beim Ausatmen zu schnurren“, sagt Gustav Peters. Dazwischen ist immer eine ganz kleine Lücke. Und beim Einatmen ist der Ton ein wenig tiefer als beim Ausatmen.

Und was noch toller ist: Eine schnurrende Katze kann sogar noch miauen! Forschern wie Gustav Peters beweist das, dass Schnurren ganz anders funktioniert als andere Katzenlaute.

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