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Wenn Joachim Löw einen Fußballer einwechselt

18.06.2012, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Die Rückennummer 23 von Gomez in Rot, die 11 von Klose in Grün. So leuchteten bei Deutschland-Spielen die Zahlen auf einer Tafel auf. Der Bundestrainer tauschte bei der EM zweimal seinen Stürmer aus. Doch wie läuft so ein Wechsel eigentlich ab?

EM-Spiel Deutschland – Portugal in Lwiw, Ukraine, am 9. Juni: Klose kommt für Gomez. Der Assistent des Schiedsrichters zeigt schon einen anderen Wechsel an.  Foto: Thomas Eisenhuth
EM-Spiel Deutschland – Portugal in Lwiw, Ukraine, am 9. Juni: Klose kommt für Gomez. Der Assistent des Schiedsrichters zeigt schon einen anderen Wechsel an. Foto: Thomas Eisenhuth

Hin und her ist der Stürmer gewetzt. 75 Minuten lang. Langsam geht ihm die Puste aus. Der Fußball-Trainer entscheidet: Wir wechseln. Er ruft einen der Ersatzspieler heran. Der hat sich am Rande des Spielfeldes warm gelaufen.

Wenig später hält ein Mann eine Tafel hoch. Auf der leuchten zwei Rückennummern: Die des Spielers, der ausgewechselt wird, leuchtet rot, die des Einwechsel-Spielers grün. Der Mann mit der Tafel ist ein Assistent. Er unterstützt den Schiedsrichter. Man nennt ihn den vierten Offiziellen.

Schiedsrichter Knut Kircher erklärt: Die Mannschaft ist dafür verantwortlich, dass auf der Tafel eingetragen wird, wie gewechselt werden soll.

Der Einwechsel-Spieler muss dann am Spielfeldrand beim vierten Offiziellen bereitstehen, erklärt der Experte weiter.

Dort prüft der Assistent unter anderem: Sind die Schuhe in Ordnung? Trägt der Fußballer Schmuck? „Zwischendurch signalisiert er dem Schiedsrichter, dass die Mannschaft einen Wechsel vorbereitet.“ Das macht er über ein Headset (gesprochen: hädset).

Der Schiedsrichter trägt nämlich Kopfhörer und ein kleines Mikrofon, damit er sich mit seinen Assistenten unterhalten kann.

Der Wechsel erfolgt aber erst, wenn das Spiel unterbrochen ist. Also wenn ein Team etwa einen Einwurf hat oder einen Freistoß bekommt.

Die Tafel leuchtet auf. Der Spieler, der ausgewechselt wird, trabt oder geht vom Feld. Denn abklatschen dürfen sich die beiden Fußballer erst am Rand, erklärt der Fachmann.

Dann pustet der Schiedsrichter einmal laut in seine Pfeife – und das Spiel läuft weiter.

Manchmal nur noch zehn

Dreimal dürfen die Mannschaften beim Fußball normalerweise einen Spieler einwechseln. Doch manchmal passiert es, dass ein Trainer schon drei neue Spieler auf den Platz gebracht hat. Und dann verletzt sich plötzlich ein Spieler so, dass er nicht mehr weiterspielen kann.

In diesem Fall haben aber auch seine Mitspieler Pech.

„Dann spielen sie mit einem Mann weniger weiter“, erklärt Schiedsrichter Knut Kircher.

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