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Wenn Gondeln über den Dächern schweben

26.06.2021 05:30, Von Claudia Irle-Utsch — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Mit dieser Idee wollen Experten Verkehrsprobleme lösen – Nicht alle sind damit einverstanden

Eine Seilbahn kennen die meisten Leute vor allem aus den Bergen. Doch Fachleute für Verkehr meinen: Auch in Städten können Seilbahnen ein Transportmittel sein. Dafür gibt es schon einige Ideen und Beispiele.

Diese Seilbahn fährt in der Stadt Köln mit ihrem berühmten Dom.  Foto: Federico Gambarini/dpa
Diese Seilbahn fährt in der Stadt Köln mit ihrem berühmten Dom. Foto: Federico Gambarini/dpa

BERLIN. Talstation, Mittelstation, Bergstation. Schnurstracks bringt uns die Seilbahn nach oben. In den Bergen ist so ein Gerät nichts Ungewöhnliches. In Städten sind Seilbahnen als Transportmittel dagegen eine seltene Ausnahme. In Köln und Koblenz etwa kann man so über den Fluss gondeln. Das nutzen vor allem Leute in ihrer Freizeit.

Diese Seilbahn wurde für eine Autofabrik gebaut.  Foto: Holger Hollemann/dpa
Diese Seilbahn wurde für eine Autofabrik gebaut. Foto: Holger Hollemann/dpa

Die Seilbahn sollte aber auch ein Verkehrsmittel in der Stadt werden, meint etwa der Experte Heiner Monheim. Er ist Wissenschaftler und hat lange zum Verkehr geforscht. Weltweit arbeitet er daran mit, dass die Menschen in einer Stadt möglichst schnell und sicher vorankommen. Er findet, es spreche viel für eine Seilbahn in der Stadt. Eine Seilbahn schwebt zum Beispiel über den Dingen. Das heißt, auch über einen Stau, einen Fluss oder Eisenbahnschienen. Wer die Seilbahn nutzt, hat beinahe das Gefühl zu fliegen. Dazu sehen die Fahrgäste die Stadt aus einem erst mal ungewohnten Blickwinkel: nämlich von oben.

5000 bis 7000 Menschen kann eine sehr moderne Seilbahn in einer Stunde in eine Richtung befördern. „So viel schaffen Busse selten“, sagt der Experte. Wenn dann schnell eine Kabine nach der anderen an der Station vorfährt, brauchen die Fahrgäste nicht lange zu warten. Große Kabinen hätten genug Platz auch für Fahrräder, Rollstühle oder Kinderwagen.

Masten und Seile können die Seilbahnfirmen zudem rasch aufbauen. Diese Teile werden in einer Fabrik vorgefertigt und oft mit Hubschraubern an die richtige Stelle gebracht.

Der Bau einer U-Bahn oder einer neuen Straßenbahnlinie dauert auch viel länger. Die Seilbahn-Stationen benötigen allerdings auch ausreichend Platz. Hinzu kommt: Im Vergleich zu Auto oder Bus verbrauchen Seilbahnen auf die Dauer weniger Energie, meinen Fachleute. Die Bahnen verursachten auch weniger Lärm und verschmutzen die Luft nicht.

Dennoch protestieren auch Leute gegen Pläne zum Bau einer Seilbahn. Sie wollen zum Beispiel nicht, dass die Gondeln über ihr Grundstück schweben. Schließlich erzeugen die Schatten, und es gucken etwa Leute direkt in den Garten. Andere finden die Stützen groß und hässlich. Es kann lange dauern, da eine Einigung zu finden.

Seilbahnen haben auch noch andere Grenzen – und zwar technische. So darf es nicht zu viele Haltestellen geben, weil die Kabinen dafür jedes Mal abgebremst werden müssen.

Die Seilbahn lohnt sich auch nur mit bestimmten Längen. Dazu muss der Weg, den die Seilbahn nimmt, sehr genau geplant werden. Denn sie kann nicht einfach um viele Ecken und enge Kurven fahren.

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