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„Wenn die Kugel erst einmal rollt, ist es toll“

13.04.2021 05:30, Von Anne Appl — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Entlang der Bahn geht es durch den Wald – Spaß auch drinnen

Mit Kugeln spielen mitten im Wald: Die Geschwister Jannik und Sophia haben es ausprobiert. 550 Meter rollen die Kugeln durch die Kugelbahn. Zwischendurch gilt es Fragen zu beantworten.

TÄFERROT. Die Vögel zwitschern in den Bäumen und es raschelt im Laub. Hier im Taubental-Wald sieht es aus wie in einem ganz normalen Wald. Aber wer genau hinsieht, entdeckt eine Rinne aus Holz entlang des Waldweges. Sie sieht aus wie ein Geländer. Aber innen können Holzkugeln hindurch rollen.

Sophia und Jannik haben eine Kugelbahn ausprobiert. Fotos: Anne Appl/dp
Sophia und Jannik haben eine Kugelbahn ausprobiert. Fotos: Anne Appl/dp

Hier steht eine von wenigen Waldkugelbahnen Deutschlands. Der Taubental-Wald liegt im Süden von Deutschland in Täferrot bei Schwäbisch Gmünd im Bundesland Baden-Württemberg. „He, jetzt bin ich dran!“, ruft Jannik seiner Schwester Sophia zu. Kein Problem, Sophia ist schon weg. Sie flitzt auf dem Waldweg entlang der Laufrinne ihrer rosa Kugel hinterher.

Jetzt kann Jannik mit seiner Kugel anfangen. Der Junge zieht am Beginn der Kugelbahn an einem Knauf. „Der sieht aus wie ein Traktor-Anlasser“, findet Jannik. Er lässt den Knauf los und seine blaue Kugel wird nach vorn geschleudert. Schnell rollt sie hinter Sophias Kugel her.

Entlang der etwa 550 Meter langen Waldkugelbahn gibt es viel zu entdecken. 550 Meter! Das ist etwa ein halber Kilometer, und etwas mehr als eine Runde um den Sportplatz. So lange kommt es Sophia und Jannik aber nicht vor. Ihre Kugel rollt zügig bergab und wird immer wieder an Stationen aufgehalten.

„Das macht total Spaß, wenn es funktioniert“, sagt Jannik. Er lacht, denn er hat es gerade geschafft, seine Kugel in der Holzkugelbahn weiterzuschicken. „Bei mir klappt es sowieso immer“, sagt Sophia und zwinkert. Die Zwillinge sind zehn Jahre alt.

Auf der Strecke müssen sie aber zusammenhalten. Denn es gilt, Fragen zu beantworten. Zum Beispiel: „Welche Form hat ein Pfifferling?“ Sophia und Jannik überlegen. Der Pilz hat die Form eines Trichters. Die beiden werfen ihre Kugel in das richtige Loch und weiter geht’s.

Sich so eine lange Bahn im Wald auszudenken, ist gar nicht so einfach. Wolfgang Naak und Wolf Noack haben diese Waldkugelbahn und einige andere Bahnen gebaut. „Draußen verändern sich die Bedingungen ständig“, sagt Wolf Noack. „Außerdem darf die Kugel nicht zu schnell und nicht zu langsam rollen“, sagt Wolfgang Naak.

Die beiden wissen, wie steil die Bahnen ungefähr sein müssen. Und dann heißt es: ausprobieren! Außerdem haben sie noch einen Freund, der die technischen Details für sie einbaut. So kann auf der Kugelbahn die Kugel auf einem Förderband nach oben gekurbelt werden, damit sie dann von einem höheren Punkt weiterrollt. Oder die Kugel wird mit einem Schnalzer hochgeschossen.

Wie wichtig Bauhelfer sind, haben Jannik und Sophia auch schon festgestellt. „Wir haben schon einmal mit unserem Cousin eine Kugelbahn drinnen gebaut“, erzählt Jannik. Dafür haben sie alte Rohre benutzt. Das Bauen hat ihnen richtig Spaß gemacht. „Wenn die Kugel erst einmal rollt, ist es toll“, sagt Sophia.

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