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Wenn das Herz Unterstützung braucht

02.05.2020 05:30, Von Assata Frauhammer — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Victoria führt ein normales Leben, obwohl sie einen Herzschrittmacher hat

Die 13-jährige Victoria trägt einen Herzschrittmacher in der Brust. Das ist ein kleines Gerät, das ihrem Herz beim Schlagen hilft. Sie erzählt, was das für sie bedeutet.

Ferien verbringt Victoria regelmäßig auf dem Reiterhof.  Foto: privat/dpa
Ferien verbringt Victoria regelmäßig auf dem Reiterhof. Foto: privat/dpa

Poch, poch, poch schlägt das Herz. Tag und Nacht, das ganze Leben lang. Ohne Herz könnten wir nicht überleben. Bei manchen Menschen funktioniert es aber nicht richtig. So wie bei der 13-jährigen Victoria aus Voerde im Bundesland Nordrhein-Westfalen.

Als sie zur Welt kam, schlug ihr Herz nur sehr langsam. Viel langsamer, als es für Babys normal ist. Und es wurde immer langsamer. Als Victoria fünf Jahre alt war, schlug ihr Herz nur noch 45 Mal in der Minute. Ein gesundes Kinderherz schlägt etwa doppelt so schnell.

Das Gerät passt auf, dass das Herz schnell genug schlägt

Deshalb bekam Victorias Herz Unterstützung. Kurz vor ihrem sechsten Geburtstag wurde ihr in einer Operation ein Herzschrittmacher in die Brust eingesetzt. Das Gerät passt seitdem darauf auf, dass Victorias Herz nicht zu langsam schlägt. „An die Operation erinnere ich mich nicht mehr“, erzählt sie.

Mit zwölf Jahren wurde Victoria noch einmal operiert. Der neue Schrittmacher sitzt nun oberhalb der rechten Brust. „Vor dieser Operation hatte ich schon Angst“, sagt Victoria. Manchmal macht sie sich auch Sorgen um ihr Herz. „Aber eigentlich habe ich mich daran gewöhnt. Ich weiß ja, dass der Schrittmacher funktioniert.“

Viermal im Jahr geht Victoria zum Arzt zur Kontrolle. Der Arzt kann den Schrittmacher mit einem Gerät von außen steuern. Damit lässt er das Herz schneller oder langsamer schlagen und schaut, ob alles funktioniert. „Das ist ein sehr komisches Gefühl“, sagt Victoria.

Im Alltag ist der Herzschrittmacher kein Problem

„Im Alltag merke ich aber eigentlich nichts von dem Schrittmacher.“ Victoria trifft sich gerne mit ihren Freundinnen, geht mit ihrem Hund Lexie spazieren, zeichnet oder schaut Fußball und Formel 1. In den Ferien fährt sie regelmäßig zum Reiten.

Bei manchen Sportarten ist Victoria vorsichtig

Einige Dinge muss sie aber beachten, damit der Schrittmacher nicht kaputtgeht. Sie darf nicht auf ihn drauf fallen. Und im Schulsport kann sie manchmal nicht mitmachen, etwa beim Handstand. Andere Sportarten wie Tennis oder Basketball gehen nur mit dem linken Arm. „Vor Kurzem haben wir im Sportunterricht mit Hula-Hoop-Reifen geturnt. Da musste meine Mama erst den Arzt fragen, ob ich das darf.“ Die Antwort: Um den Bauch ist es erlaubt, mit dem rechten Arm nicht.

Die Freundinnen wissen Bescheid, aber reden nicht viel darüber

Auch wenn Victoria mit ihren Freundinnen auf den Jahrmarkt geht, darf sie manche Fahrgeschäfte nicht benutzen. „Loopings zum Beispiel gehen nicht“, sagt sie. „Manchmal nervt mich das schon ein bisschen. Aber es gibt ja andere Sachen, die ich machen kann.“ Ihre Freundinnen wissen über Victorias Herzfehler Bescheid. „Aber wir reden da nicht drüber“, sagt sie. „Ich bin ja so, wie ich bin, ob ich einen Herzfehler habe oder nicht. Das macht mich ja nicht aus.“

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