Schwerpunkte

Paulas Nachrichten

Wenn Bäume durstig sind

19.08.2020 05:30, Von Felix Lorber — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

In den Städten muss fleißig gegossen werden, wenn der Regen nicht ausreicht

Weil es im Sommer so trocken ist, müssen viele Stadtbäume gegossen werden. In der Hauptstadt Berlin gibt es dafür eine eigene Karte. Dort sieht man etwa, wie viel Wasser die Bäume brauchen.

Bäume gießen in der Stadt braucht eine besondere Technik. Grafik: P. Massow
Bäume gießen in der Stadt braucht eine besondere Technik. Grafik: P. Massow

Die Sonne strahlt, als sich die Helfer auf den Weg machen. Die Männer und Frauen schwitzen, als sie zu den Bäumen am Berliner Straßenrand laufen. Hinter sich ziehen sie zwei Wagen mit vier grünen Gießkannen und noch einmal so vielen Wasserkanistern. Die Behälter sind so groß, dass man zehn Flaschen Wasser hineinfüllen kann. Die kleine Gruppe gießt Bäume. Denn nicht nur die Menschen finden es heiß in den warmen Sommertagen. Auch die Bäume haben Durst.

Auch in diesem Sommer hat es wieder wenig geregnet. Das Wetter ist oft heiß und trocken. Dadurch bekommen die Bäume zu wenig Wasser. „In der Stadt leiden die Bäume am stärksten unter der Trockenheit“, erklärt ein Experte. „Sie haben weniger Platz als im Wald und deshalb haben ihre Wurzeln es schwerer, an Wasser zu gelangen.“

Freiwillige gießen die Bäume in vielen Städten

Jede Woche versorgen viele Menschen in Deutschland die Bäume in ihrer Nachbarschaft mit Wasser – wie die Gruppe aus Berlin. Doch woher wissen sie überhaupt, welcher Baum Wasser braucht? Und wo kommt das viele Wasser her, das sie in ihre Gießkannen füllen?

Hilfe bekommen sie auf der Internetseite „gießdenkiez.de“. Diese gibt es in Berlin seit diesem Sommer. Gibt man die Adresse im Internet ein, gelangt man zu einer Karte mit grünen und gelben Punkten.

Diese Karte zeigt die Stadt Berlin. An den farbigen Punkten stehen Bäume. Insgesamt sind es 625 000! Die Farbe der Punkte zeigt einem, wie viel es hier in der letzten Zeit geregnet hat. Klickt man auf die Punkte, erfährt man, um welchen Baum es sich handelt und wie alt er ist. Die Berliner Gießgruppe kommt zum Beispiel an einem 36-jährigen Spitz-Ahorn vorbei.

Neben dem Alter und dem Namen des Baumes zeigt der Steckbrief noch etwas anderes. Und das ist für das Gießen sehr wichtig: Kleine Tropfen-Symbole zeigen einem, wie viel Wasser dieser Baum braucht.

Ein Tropfen heißt: Der Baum braucht wenig Wasser, weil er schon alt ist. Mit seinen großen Wurzeln kann er sich das meiste Wasser selbst aus dem Boden holen. Ein mittelalter Baum mit zwei Tropfen, so wie der Spitz-Ahorn, braucht schon mehr Wasser: bis zu 100 Liter in der Woche. Die jüngsten Bäume haben drei Tropfen und den meisten Durst. Dazu gehören Bäume, die jünger als 15 Jahre sind. Ihre Wurzeln reichen noch nicht so weit in den Boden. Sie benötigen bis zu 200 Liter in einer Woche, also etwa 20 größere Eimer. Doch wo sollen die alle aufgefüllt werden? Eine volle Gießkanne zu tragen wird schnell anstrengend. Manchmal gibt es an Straßen deshalb spezielle Pumpen. Ein bisschen schleppen muss man zwar trotzdem. Für die Bäume schwitzen die Gießer aber gerne.

Paulas Nachrichten

Büffel-Taxis und Instagram-Schweine

Tierisches aus dem Jahr 2020

Eine Ratte rettet Leben, Schildkröten laufen um die Wette und ein Schwein flüchtet vor dem Schlachter. Diese Tier-Geschichten haben uns im Jahr 2020 besonders gut gefallen.

BERLIN (dpa). Viele Menschen haben sich im…

Weiterlesen

Weitere Nachrichten von Paula Alle Nachrichten