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Weltraumwetter und Sonnenwinde

03.07.2021 05:30, Von Katharina Köhler — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Dabei entstehen unter anderem elektrische Ströme, die zum Beispiel Polarlichter erzeugen

Die Sonne brodelt ständig mächtig vor sich hin. Das ist manchmal gar nicht so ohne: Wenn die Sonne große Mengen von Teilchen in Richtung der Erde spuckt, kann das zum Beispiel die Technik von Satelliten beschädigen.

In der Sonne ist mächtig was los.  Fotos: NASA/SDO, AIA, EVE u. HMI science teams/dpa
In der Sonne ist mächtig was los. Fotos: NASA/SDO, AIA, EVE u. HMI science teams/dpa

BERLIN. Wetter im Weltraum? Das klingt erst mal seltsam. Schließlich ist der Weltraum vor allem bekannt dafür, ziemlich leer zu sein. Trotzdem: Weltraumwetter gibt es wirklich, und manchmal bekommen wir auf der Erde sogar etwas davon mit.

Mehr zum Thema Wetter im Weltraum weiß Markus Rapp, ein Wissenschaftler beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Gemeinsam mit anderen Fachleuten erforscht er, was es mit dem Weltraumwetter auf sich hat. Er erklärt: Auf der Erde bestimmen etwa Jahreszeiten, Temperaturen und Winde unser Wetter. Im Weltraum ist es vor allem das Geschehen auf der Sonne, das Einfluss auf den erdnahen Weltraum hat.

Winzig kleine, elektrisch geladene Teilchen

„Natürlich weht da kein normaler Wind, wie wir den kennen“, sagt Herr Rapp. „Aber da weht dafür der sogenannte Sonnenwind.“ Das sind winzig kleine, elektrisch geladene Teilchen, die von der Sonne ausgestoßen werden. Solche Teilchen rasen auch in Richtung unserer Erde.

Ist dieser Sonnenwind stark und erreichen uns besonders viele Teilchen, bemerken wir Menschen das: zum Beispiel durch Polarlichter. Das ist ein Leuchten, das vor allem weit im Norden und Süden der Erde am Himmel zu sehen ist.

Der Sonnenwind kann aber noch mehr Einfluss auf uns haben. Zwar bekommen wir den Sonnenwind auf der Erdoberfläche nicht direkt ab. Denn wir sind doppelt geschützt: durch die Atmosphäre und das Magnetfeld der Erde, sagt der Experte. Aber die Teilchen bewirken komplizierte Dinge in der Atmosphäre, also der gasförmigen Schutzschicht. Dabei entstehen unter anderem auch elektrische Ströme.

Das klingt etwas gruselig. Aber Markus Rapp erklärt: „Die Gefahr besteht weniger für den einzelnen Menschen, der hier unten am Boden lebt, sondern für unsere technischen Geräte.“

Zum Beispiel können Satelliten gestört werden, die von manchen Navigationsgeräten genutzt werden. Dann funktionieren die nicht mehr so gut. Auch das Stromnetz kann beeinflusst werden. Teilweise können sogar bestimmte Geräte kaputtgehen, die für das Stromnetz wichtig sind.

„Die überhitzen, wenn sie nicht schnell genug vom Netz getrennt werden, und können komplett zerstört werden“, sagt Herr Rapp. Damit das nicht passiert, wollen Fachleute das Weltraumwetter genauer vorhersagen. Dafür wurde vor Kurzem extra ein neues Forschungshaus eröffnet. Dort wird zum Beispiel genau beobachtet, was auf der Sonne passiert.

Mit Hilfe von Satelliten untersuchen die Fachleute zudem die Sonnenwinde, die uns erreichen. So sollen im Ernstfall künftig etwa Stromnetz-Betreiber eine Warnung erhalten. Die können dann wichtige Geräte abschalten, bevor etwas kaputtgeht.

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