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Was unsere Gefühle steuert

23.03.2019, Von Philipp Brandstädter — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Chemische Stoffe in unserem Körper spielen eine große Rolle

Immer glücklich, munter und gut drauf sein. Das wünscht sich doch jeder. Wie wir uns fühlen, wird vor allem durch Abläufe in unserem Gehirn gesteuert. Dabei spielen zwei chemische Stoffe eine wichtige Rolle. Kann man diese beeinflussen?

Jippie! Bei Jubel, Begeisterung und Freude sind bestimmte Stoffe in unserem Gehirn tätig.  Foto: Felix Kästle/dpa
Jippie! Bei Jubel, Begeisterung und Freude sind bestimmte Stoffe in unserem Gehirn tätig. Foto: Felix Kästle/dpa

BERLIN (dpa). Wenn im Frühling die Sonne wieder länger scheint, sind viele Leute sofort besser gelaunt. Endlich wieder mit Freunden draußen unterwegs sein. Endlich wieder Eis in der warmen Sonne essen! Solche und viele andere Momente machen uns glücklich. Woran liegt das? Am Sonnenlicht? Am Eis?

Schokolade zu essen, macht viele Leute glücklich. Dabei ist der Botenstoff Dopamin im Spiel.  Foto: Philipp Brandstädter/dpa
Schokolade zu essen, macht viele Leute glücklich. Dabei ist der Botenstoff Dopamin im Spiel. Foto: Philipp Brandstädter/dpa

Sicherlich wird unsere Stimmung von der Umwelt beeinflusst. Doch was wir letztlich fühlen, bestimmt unser Gehirn. Es steuert unseren Körper und alles, was wir mit ihm wahrnehmen. Wie das Gehirn das genau macht, ist ziemlich kompliziert.

Nervenzellen geben Signale weiter

Lennard Ostendorf ist Mediziner und erforscht, was in uns Menschen vorgeht. Er erklärt das so: „In unserem Gehirn tauschen sich Nervenzellen untereinander aus. Sie sprechen sozusagen miteinander und geben sich dabei Anweisungen.“

Dazu musst du wissen: Zwischen zwei Nervenzellen befindet sich immer ein kleiner Spalt. Will nun eine Nervenzelle ein Signal weitergeben, muss sie dieses Signal umwandeln. Sie verpackt also die Information in Botenstoffe und setzt diese im Spalt frei. Die Nervenzelle auf der anderen Seite hat Rezeptoren, welche die Botenstoffe erkennen. Zwei wichtige Botenstoffe heißen dabei Dopamin und Serotonin.

Dopamin ist für viele Dinge in unserem Körper zuständig. Es beeinflusst etwa unsere Bewegung, unser Wohlbefinden, unseren Mut und unsere Konzentration. „Wenn wir begeistert und glücklich sind, dann ist viel Dopamin zwischen unseren Nervenzellen tätig“, erklärt Lennard Ostendorf.

Der chemische Stoff löst etwas in unserem Kopf aus, das uns anspornt. Etwa, wenn wir uns auf etwas Leckeres zu essen freuen. Oder wenn wir beim Einkaufen etwas sehen, das wir unbedingt haben wollen.

„Dopamin lässt uns bei bestimmten Handlungen gut fühlen“, sagt der Fachmann. „Es belohnt uns und ermuntert uns, die Handlung zu wiederholen.“

Wenn der Körper Serotonin im Gehirn ausschüttet, fühlen wir uns ruhig, gelassen und zufrieden. Der Botenstoff wirkt unter anderem auf unsere Körpertemperatur, unseren Schlaf und unser Gedächtnis.

Er steuert aber auch, wie stark wir Schmerz empfinden. Oder wie hungrig oder satt wir sind.

„Dopamin und Serotonin sind aber nur zwei von vielen Stoffen, die im Körper Signale übertragen“, sagt Lennard Ostendorf. Ob wir uns wohlfühlen, hängt auch davon ab, wie wir uns ernähren und uns bewegen. Und ob wir gesund sind. Daher ist es schwer zu benennen, wann und warum wir uns so fühlen, wie wir uns fühlen. Dabei spielen einfach sehr viele Gründe eine Rolle!

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