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Was Pinselstriche wert sein können

29.12.2018, Von Philipp Brandstädter, dpa — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Viele haben noch alte Gemälde auf dem Dachboden – Sie könnten viel wert sein

In manchen Häusern hängen alte Gemälde an den Wänden oder liegen auf dem Dachboden. Ob die wohl viel Geld wert sind? Unser Reporter bekam so ein Gemälde – und machte sich auf die Suche nach einer Antwort.

Die Kunstsachverständige Petra Breidenstein steht mit einer am Kopf befestigten Lampe und einer Spezialbrille vor einem Gemälde.  Foto: Philipp Brandstädter
Die Kunstsachverständige Petra Breidenstein steht mit einer am Kopf befestigten Lampe und einer Spezialbrille vor einem Gemälde. Foto: Philipp Brandstädter

BERLIN. Millionen und Abermillionen Euro. So viel kosten Gemälde von Pablo Picasso. Auch für die Bilder von Vincent van Gogh und Claude Monet geben Leute so viel Geld aus. An diese weltberühmten Maler denke ich, als ich mich auf den Weg zu einer Kunst-Expertin mache.

Genau genommen ist sie Kunstsachverständige. So jemand hat einen Sachverstand für Kunst, das sagt ja schon der Name. Und genau dieser Verstand muss mir jetzt helfen. Denn: Ich habe ein tolles Gemälde dabei. Von diesem Picasso vielleicht? Das wäre schön.

Mein Bild hing mehrere Jahrzehnte im Wohnzimmer meiner Oma. Es zeigt ein Städtchen und eine Brücke, die sich über einen Fluss spannt. Es sind ein paar Bäume zu sehen. Ich habe das Bild immer gemocht. Vielleicht, weil Oma immer gesagt hat, dass es von einem echten Maler ist und bestimmt sehr wertvoll. Das hat Eindruck auf mich gemacht. Aber sehr viel mehr weiß ich über das Gemälde nicht.

Die Kunst-Expertin heißt Petra Breidenstein. Sie kann herausfinden, ob Kunstwerke echt sind oder nachgemacht. Ich folge ihr in ihre Werkstatt, wo alles voll steht mit Fläschchen und Tuben, mit Lampen und Lupen. Stolz packe ich mein Gemälde aus. Ich habe es in ein Bettlaken eingewickelt, damit ihm beim Tragen nichts passiert. „Ganz hübsch“, sagt Petra Breidenstein. Begeistert klingt das nicht.

„Es ist ein Ölgemälde, auf Leinwand“, erkennt sie sofort. „Abstrakt gemalt.“ Abstrakt heißt: Es wurde nicht ganz wirklichkeitsnah gemalt. Nicht so, wie eine Landschaft auf einem Foto zu sehen sein würde. Der Künstler hat seiner Fantasie freien Lauf gelassen. Aber wer hat das Bild nun gemalt?

„Den Pinselstrichen nach wurde das Gemälde mit viel Leichtigkeit geschaffen“, sagt Petra Breidenstein. „Das war jemand mit sehr viel Erfahrung.“ Dann versuchen wir, die Signatur am Bildrand zu entziffern. Das ist die Unterschrift des Künstlers. Ein F mit Punkt steht da. Das muss der Vorname sein, abgekürzt. Und dann ein M und ein U oder Ü oder so? Picasso steht da jedenfalls nicht. „Fritz Mühlen“, sagt Petra Breidenstein bestimmt. Fritz wer?

Wir schauen in einem besonderen Künstler-Lexikon nach. Über Fritz Mühlen steht darin, dass er von 1906 bis 1981 gelebt hat und aus dem Bundesland Nordrhein-Westfalen kommt. Dort seien seine Werke recht beliebt. Das Bild sei etwa 40 Jahre alt, sagt Petra Breidenstein. Und sie erklärt: Ich könnte dafür schon ein kleines Vermögen bekommen, ein paar Tausend Euro vielleicht.

Ich stelle mir vor, was ich mit dem Geld alles kaufen könnte: neue Klamotten zum Beispiel, oder einen neuen Computer. Aber allzu wichtig ist das alles nicht. Da sieht das Gemälde von Herrn Mühlen schon beeindruckender aus. Vielleicht hänge ich es mir doch lieber an die eigene Wand. Meine Oma würde sich sicher freuen.

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