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Was lebt denn da auf unserer Haut?

06.04.2013 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Manche Bakterien machen krank, andere dienen als Schutzmantel

Auf unserer Haut ist richtig viel los. Schaut man sie mit Hilfe eines Mikroskops an, sieht man unzählige, winzige Bakterien.

Handfläche aus der Nähe: Auf einem Quadratzentimeter Haut können sich drei Milliarden Bakterien tummeln.  Foto: dpa
Handfläche aus der Nähe: Auf einem Quadratzentimeter Haut können sich drei Milliarden Bakterien tummeln. Foto: dpa

Jetzt könnte man denken: Igitt! Doch die Bakterien sind für uns Menschen wichtig. Eine Art Schutzpanzer – das sind Bakterien auf unserer Haut. Wenn wir geboren werden, gibt es auf unserer Haut noch keine Bakterien.

Sich die Hände mit Waschlotion zu waschen ist gut. Wer zu viel des Guten tut, kann seiner Haut aber schaden.  Foto: dpa
Sich die Hände mit Waschlotion zu waschen ist gut. Wer zu viel des Guten tut, kann seiner Haut aber schaden. Foto: dpa

Man sagt, die Haut ist steril. Einige Stunden nach der Geburt ist das schon anders: Durch Berührungen, zum Beispiel mit den Eltern, oder durch die Luft gelangen viele verschiedene Bakterien auf die Haut. „Und diese sind für uns Menschen enorm wichtig, denn sie schützen uns. Sie sorgen dafür, dass wir Menschen überleben können“, sagt Dietrich Abeck.

Diese durch ein Mikroskop fotografierte Bakterien (Staphylokokken) leben immer auf unserer Haut.  Foto: Dietrich Abeck
Diese durch ein Mikroskop fotografierte Bakterien (Staphylokokken) leben immer auf unserer Haut. Foto: Dietrich Abeck

Er kennt sich prima aus mit der Haut. Denn er ist Professor für Dermatologie und Allergologie an der Technischen Universität München. Die Bakterien schützen uns vor den Angriffen anderer Bakterien. Denn diese können zum Beispiel Krankheiten auslösen oder Ausschläge. „Die guten Bakterien wehren die bösen Bakterien ab“, erklärt der Fachmann.

Und das funktioniert so: Überall auf unserem Körper gibt es Bakterien. Sie sind auf unserer Kopfhaut genauso wie auf unserer Nase oder auf unseren Zehen. Es gibt keine Stelle auf unserem Körper, wo sie nicht sind. „Die guten Bakterien besetzen also sozusagen schon den ganzen Platz“, erklärt Dietrich Abeck. Mehr als drei Millionen Bakterien können sich allein auf einem einzigen Quadratzentimeter tummeln. Einen Quadratzentimeter kann man sich als Viereck vorstellen. Dessen Seiten sind alle jeweils einen Zentimeter lang.

Es gibt Bakterienarten, die wir unser ganzes Leben auf unserer Haut haben. Man nennt diese Gemeinschaft residente Hautflora. Solche dauerhaften Bewohner sind zum Beispiel die Staphylokokken.

Es gibt aber auch Bakterien, die nur kurz vorbeischauen. Sie leben eine Weile auf unserer Haut und verschwinden dann wieder. Die meisten dieser Bakterien sind ungefährlich. Wir nehmen sie über Berührungen auf oder über die Luft. Deshalb nennt man sie auch Anflugkeime.

Die meisten Bakterien finden wir dort, wo Schweiß und Talgdrüsen für Feuchtigkeit sorgen. Schweiß und Fett ergeben auch einen dünnen Film auf unserer Haut. Er wird Säureschutzmantel genannt. Und genau der soll die Haut vor Eindringlingen schützen. Der Schutzmantel entsteht vor allem durch das Schwitzen. Denn unser Schweiß enthält bestimmte Säuren. Zudem geben verschiedene Drüsen kleine Mengen an Fett ab. Beides zusammen ergibt den Schutzmantel.

Wenn Schweiß und Fett durch bestimmte Bakterien zersetzt werden, beginnt unsere Haut irgendwann, ein bisschen übel zu riechen. Die beste Maßnahme dagegen: Man wäscht sich. Doch zu viel Waschen tut unserer Haut nicht gut. „Wer dreimal am Tag mit einer bestimmten Art von Seife duscht, ärgert seine Haut ganz schön“, erklärt der Hautexperte.

Denn durch bestimmte Seifen kann der fürs bloße Auge unsichtbare Bakterienrasen auf unserer Haut zerstört werden. In manchen Seifen sind bestimmte Stoffe drin. Diese machen die Haut nicht nur sauber, sondern spülen gleichzeitig die Bakterien weg. Es handelt sich dabei um bestimmte Tenside. Sie umhüllen die Bakterien und waschen sie von unserer Haut. Wenn man zu viel damit wäscht, entstehen Lücken im Bakterien-Rasen. Andere Bakterien haben nun Platz, um es sich auf unserer Haut gemütlich zu machen. Und diese Bakterien sind nicht immer harmlos. Sie können zum Beispiel Krankheiten oder Ausschläge verursachen. dpa

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