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Was echte Models erleben

09.06.2008 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Viele Mädchen träumen davon, wenigstens einmal Model zu sein. Die 16-jährige Cora Lüdemann hat das gemacht. In den Jahren 2006 und 2007 wurde sie bei sogenannten Shootings (gesprochen: Schutings) von Fotografen abgelichtet. In tollen Kleidern lief sie über einen Laufsteg. Derzeit geht sie in die zehnte Klasse eines Gymnasiums in Hamburg. Den dpa-Nachrichten für Kinder erzählte sie von ihrer Model-Zeit.

nWelche Eindrücke hast du von der Welt der Models bekommen?

„Die Welt der Models wirkt von außen meist glamourös und vollkommen. Doch der Schein trügt. Zu einer Menge Spaß gehört ebenso viel Arbeit und Stress.“

nWas meinst du genau?

„Beim Casting für die Modenschau war ich überrascht, wie viele unglaublich hübsche Mädchen es gibt. Auf den ersten Blick sind alle wahnsinnig nett und locker drauf. Doch beim genaueren Hinschauen wird einem klar, dass es ein großer Konkurrenzkampf um den Job ist – bei dem man versucht, sich am besten in Szene zu setzen. Ich hätte nie erwartet, dass der Job des Models auch so eine Tortur sein kann: eine Kopfschmerz verursachende Frisur, die unbequemsten und höchsten Schuhe über Stunden an den Füßen. Und dann dauerhaft gefordertes Tempo und die Faustregel: Sich nie was anmerken lassen.“

nWas würdest du Leuten sagen, die unbedingt Model werden wollen?

„Ich würde Leuten raten, die Spaß daran haben, vor der Kamera zu stehen, die zuverlässig und flexibel sind, sich in einer Modelagentur zu bewerben. Dabei sollten sie jedoch den persönlichen Weg wählen. Und sich nicht per Internet-Formular anmelden! Generell muss man die Model-Welt noch von der ,normalen‘ Welt trennen können! Und man sollte dafür nicht Freunde, Familie, Schule und so aufgeben.“

nUnd wenn es um den Beruf fürs Leben geht?

„Wenn der Zeitpunkt kommt, sich entscheiden zu müssen: Will man Modeln zum Hauptberuf machen? Dann würde ich mich immer dagegen entscheiden und lieber eine Ausbildung machen, da dies der deutlich sicherere Weg ist.“

nWie findest du Model-Shows im Fernsehen wie „Germany’s Next Topmodel“?

„An ,Germany’s Next Topmodel‘ schätze ich den Unterhaltungswert. Ich bin mir aber sicher, dass der Eindruck der Modewelt, den die Sendung vermittelt, nicht der Realität entspricht. Sondern er ist überspitzt. So hat zum Beispiel ein Model das Recht, Jobangebote abzulehnen. Man muss jedoch darauf achten, dass man sich – in einem gewissen Grad – selbst verkaufen muss. Ich kann mir vorstellen, dass es für jede der Kandidatinnen eine gute Erfahrung war. Doch selbst wenn eine den Titel ,Germany’s Next Topmodel‘ hat, ist dies erst der Beginn ihrer Model-Karriere. Keines der Mädchen wird das Image einer Casting-Teilnehmerin wieder los.“

Interview: Petra Kaminsky, dpa

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