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Wann kommt Nachwuchs?! – Seltene Nashörner in Afrika

06.07.2011 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Nördliche Breitmaulnashörner sind sehr selten. Menschen haben sie gejagt, weil sie die Hörner haben wollten. Jetzt gibt es weltweit wahrscheinlich nur noch acht Tiere. In Kenia in Afrika helfen Tierschützer einigen von ihnen dabei, Nachwuchs zu bekommen.

Auf Mohammed Doyo lastet große Verantwortung. Der Chef-Tierpfleger soll mithelfen, dass die Nördlichen Breitmaulnashörner nicht aussterben. Mohammed arbeitet in dem Naturschutzgebiet „Ol Pejeta“ in Kenia in Afrika. Hierher wurden vier der letzten Breitmaulnashörner gebracht, damit sie in Ruhe Nachwuchs bekommen können.

Die zwei männlichen Nashörner heißen Suni und Sudan, die zwei weiblichen Fatu und Najin. Bis Dezember 2009 lebten sie in einem Zoo in Tschechien, einem Nachbarland Deutschlands. Da hat die Fortpflanzung aber nicht geklappt. „Der Käfig war zu eng, sodass sie sich nicht so wohlgefühlt haben“, sagt Mohammed.

In dem kenianischen Naturschutzgebiet haben die Tiere nun viel Platz. In „Ol Pejeta“ ist es später Nachmittag – und so heiß, dass die Tiere im Schatten der Bäume dösen. Mohammed und seine Kollegen poltern in einem Jeep über staubige Schotterwege, vorbei an Zebras und Gazellen. Sie sind auf dem Weg zur Fütterung von Nashorn Najin.

„Ich liebe die Nashörner wie meine eigenen Kinder“, sagt Mohammed. Er schüttet einen Eimer mit Karotten und Bananen ins trockene Gras. Da kommt Najin angetrabt und macht sich über das Futter her. Mohammed streichelt das Nashornweibchen, das mehr als 20 Jahre alt ist. Das geht, weil Najin Mohammed schon gut kennt. Ansonsten wäre es gefährlich. „Als die Nashörner aus dem tschechischen Zoo zu uns kamen, waren sie dick und fett“, sagt Mohammed. „Sie mussten sich erst an die natürliche Nahrung gewöhnen.“ Das hat eine Weile gedauert, aber inzwischen fühlen sich die Tiere wohl. „Sie reiben ihr Horn an Bäumen. Das ist ein Zeichen dafür, dass sie gesund und fit sind.“

Babys haben sie noch keine. „Ich hoffe, dass es bald klappt“, sagt Mohammed und lächelt. Er wäre dann sozusagen Großvater.

Das Breitmaulnashorn Najin im Naturschutzgebiet Ol Pejeta bei Nanyuki in Kenia.

Foto: Caroline von Eichhorn

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