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Wann ist es Zeit zu blühen?

27.04.2013 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Pflanzen brauchen eine ganz bestimmte Dosis Tageslicht

Während die einen Pflanzen noch unscheinbar sind, blühen die anderen schon in den tollsten Farben. Doch woher wissen Pflanzen eigentlich: Wann blühen wir und wann nicht? Endlich klettern die Temperaturen in die Höhe. Bald schon kann man die Jacke zu Hause lassen. Doch was ist das? Viele Pflanzen blühen längst oder sind - je nach Standort - schon dabei zu welken. Man nennt sie Frühblüher. Zu ihnen gehören zum Beispiel die bunten Krokusse, die weißen Schneeglöckchen oder die gelben Winterlinge. Doch warum blühen im Frühling bestimmte Pflanzen und andere erst viel später im Sommer oder sogar erst im Herbst? Wann eine Pflanze wächst und blüht, hängt nicht so sehr von der Temperatur ab. „Entscheidend ist vielmehr, wie lange es hell ist“, erklärt Ute Höcker. Sie ist Forscherin und beschäftigt sich viel mit Pflanzen. Jede Pflanze hat sich auf unterschiedliche Tageslängen spezialisiert. Manche wachsen und blühen erst, wenn die Tage richtig lang sind. So wie im Sommer. Andere Pflanzen brauchen es dagegen weniger lange hell. Sie wachsen und blühen schon im Frühjahr. Würden Pflanzen sich nur auf die Außentemperatur verlassen, wären viele von ihnen wohl schon ausgestorben. In der Pflanzenwelt gibt es nämlich viele Exemplare, die sehr empfindlich auf Frost reagieren. Würden sie anfangen zu blühen, nur weil es warm ist, hätten sie Probleme. „Die Temperatur ist nicht zuverlässig genug“, sagt die Expertin. Denn auch im Winter kann es mal warme Tage mit Sonne geben. Stell dir etwa Folgendes vor: An einem Tag im Winter scheint die Sonne, und es ist draußen 15 Grad warm. Würde eine empfindliche Pflanze nur auf die Temperatur achten, würde sie nun ihre Blüten bilden. Was aber, wenn es dann wieder bitterkalt wäre? Dann würden die Blüten erfrieren - und im schlimmsten Fall die ganze Pflanze. Im Sommer ist die Wahrscheinlichkeit dagegen größer, dass es draußen warm ist. Außerdem ist es dann am Tag länger hell. Genau das erkennen die Pflanzen, die mehr Wärme brauchen. Deswegen blühen sie erst dann. Frühblühern wie dem Schneeglöckchen dagegen macht Frost nicht so viel aus. Sie wachsen deswegen schon, wenn es draußen noch nicht so lange hell ist. „Die Frühblüher nutzen dabei eine Nische für sich aus“, erklärt Ute Höcker. Diese Nische hat auch wieder etwas mit dem Licht zu tun. Frühblüher wachsen nämlich häufig auf Waldboden. Sie blühen, wenn die Bäume noch keine Blätter gebildet haben. Dann fällt das Tageslicht bis zu ihnen auf den Boden. Aber das ist nicht lange so. Denn bald schon beginnen die Bäume zu knospen und bilden Blätter aus. Deshalb müssen sich die Winterlinge beeilen. Sie wachsen schnell, blühen und entwickeln Samen. „Das ist die wichtigste Aufgabe der Pflanze“, sagt die Forscherin. Denn nur aus den Samen können neue Pflanzen entstehen. Sobald die Bäume nicht nur Knospen, sondern Blätter haben, welken die Frühblüher. Im Sommer, wenn es warm ist, ist von ihnen kaum noch etwas zu sehen.

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