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Wann gilt ein Tier als intelligent?

11.03.2009, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

„Sitz! Platz! Rolle!“ Schäferhund Bello hat eine Menge Kommandos drauf. „So ein intelligentes Kerlchen“, lobt eine Nachbarin. Aber wie kann man so was messen: Intelligenz bei Tieren?

Die Biologin Friederike Range aus Wien in Österreich gehört zu den Fachleuten, die sich solche Versuche ausdenken.

nWann gilt ein Tier als intelligent?

Friederike Range: „Das ist gar nicht so einfach zu beantworten. Denn was ist Intelligenz überhaupt?

Wenn ein zehnjähriges Kind im Dschungel ausgesetzt wird, würde es das nicht überleben, ein zehnjähriger Schimpanse jedoch schon. Trotzdem kann man natürlich nicht sagen, dass der Affe klüger als das Kind ist.

Ich glaube deshalb, dass ein Tier intelligent ist, wenn es in seinem Lebensraum gut zurecht kommt, wenn es anpassungsfähig ist und in neuen Situationen richtig reagiert. Wenn es weiß, was zu tun ist, wenn plötzlich etwas Unerwartetes passiert.“

nWelche Tiere sind besonders schlau?

„Menschenaffen, vor allem Schimpansen, sind sehr kluge Tiere, die schnell lernen. Auch Delfine gelten als sehr intelligent, was daran liegt, dass sie sehr flexibel sind, also sich gut anpassen können. Aber nicht nur Säugetiere sind schlau, auch Vögel wie Papageien oder Raben sind außerordentlich clever.“

nUnd Hunde?

„Hunde verfügen über eine hohe soziale Intelligenz. Das heißt, sie können den Menschen gut „lesen“, also ihm ansehen, was er von ihnen erwartet. Allerdings hat das auch mit Training zu tun. Ich kann meinem Hund vieles beibringen. Er kann verstehen, was ich von ihm will, es auch umsetzen, aber ob er den Sinn dahinter versteht, ist fraglich.“

nWas hat Sie bei Ihrer Forschung besonders überrascht?

„Was mich besonders fasziniert, sind die Wölfe, über die wir forschen. Wir haben sie mit der Flasche aufgezogen, und sie haben ein Gehege, in dem sie sich frei bewegen können. Dieses Gehege ist umzäunt. Kürzlich stand vor dem Zaun eine Schachtel. Einer der Wolfswelpen, die kleine Shima, die gerade einmal drei Wochen alt war, kletterte ohne zu zögern auf die Schachtel, um von dort über den Zaun zu springen. Sie hat vorher noch nie auf einer Schachtel gestanden. Sie hat auch vorher nicht versucht, so über den Zaun zu springen.“

nUnd was heißt das?

„Aus Sicht des Menschen muss sie gleich begriffen haben: Ich bin klein und es wird bestimmt leichter gehen, wenn ich erst den leichteren Weg über die Schachtel nehme. Ob sie allerdings wirklich so etwas gedacht hat oder ob etwas ganz anderes hinter ihrem Verhalten steckt, müssen wir noch erforschen. Auf jeden Fall fand ich das schon sehr beeindruckend.“

Wie kann man Intelligenz bei Tieren messen? Die Biologin Friederike Range aus Wien in Österreich gehört zu den Fachleuten, die sich solche Versuche ausdenken. Foto: Friederike Range

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