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Wände mit spannenden Zeichen

25.05.2020 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Aus welchem Steinbruch die Steine kamen

Was bedeuten die Buchstaben und Zahlen an den Wänden der Porta Nigra in Trier?

Die Inschriften in den Sandsteinen der Porta Nigra sind nicht ganz leicht zu erkennen, aber hier steht: VIII IDUS A.  Foto: Jennifer Heck/dpa
Die Inschriften in den Sandsteinen der Porta Nigra sind nicht ganz leicht zu erkennen, aber hier steht: VIII IDUS A. Foto: Jennifer Heck/dpa

TRIER (dpa). Forscher haben die Spuren untersucht, die die Menschen in 1850 Jahren dort hinterließen. Die neusten Spuren sind Kritzeleien von Schulklassen. Dass die alten Mauern nach so langer Zeit beschädigt werden, findet der Fachmann Karl-Uwe Mahler traurig.

Karl-Uwe Mahler kümmert sich um die römischen Bauten in der Stadt Trier.  Foto: Jennifer Heck/dpa
Karl-Uwe Mahler kümmert sich um die römischen Bauten in der Stadt Trier. Foto: Jennifer Heck/dpa

In den langen Gängen und in den Türmen haben die Forscher in den Steinen aber auch sehr alte Zeichen entdeckt. Manche stammen von Steinmetzen. Diese meißelten ihre Zeichen in die Steine, um sich später dafür bezahlen zu lassen. Die Zeichen sagen, aus welchem Steinbruch die Steine kamen.

Ein eingeritztes Datum

Andere Buchstaben stehen für römische Zahlen: VIII IDUS A. Die Römer haben das so gelesen: Acht Tage vor dem Idus des achten Monats.

Der achte Monat ist der August. Idus bedeutet die Mitte eines Monats. Der Code steht also ungefähr für den 6. August. „Solche Tagesinschriften sind wirklich ungewöhnlich“, sagt Herr Mahler. Die Forscher können dadurch ausrechnen, wie lange es gedauert hat, das Tor zu bauen.

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