Schwerpunkte

Paulas Nachrichten

Von der Rolle zur „Hochzeit“: So entsteht ein Auto

12.03.2012 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Funken sprühen durch die Luft. Es stinkt nach Metall und ist furchtbar laut: Ein Presswerk für Autos ist wirklich kein gemütlicher Ort. Aber zu sehen, wie ein Neuwagen gebaut wird, ist ein echtes Abenteuer.

Daraus soll ein Auto werden? Das sieht eher aus wie eine riesige Klopapierrolle aus Metall! „Diesen aufgewickelten Stahl nennt man Coil. Das ist der Grundstoff für jedes Auto“, ruft Michael Koch. Er muss fast schreien. Denn um ihn herum ist es ziemlich laut. Michael Koch arbeitet in Köln in der Fabrik des Autobauers Ford. Und dort machen einige Maschinen enormen Krach.

Im Presswerk schneidet ein mächtiges Gerät das Blech von der Rolle in kleinere Stücke. Daraus entstehen in einer Presse dann die Einzelteile des Wagens: zum Beispiel Dach, Seitenwände oder Türen.

Aus über 500 Teilen setzen Roboter nun den Rohbau des Autos zusammen. Rohbau heißt das reine Metall-Gerüst – ohne zusätzliche Dinge wie Motor oder Armaturenbrett. Das passiert vollautomatisch: Ein Computer steuert beinahe 1000 Roboterarme, die orange aussehen. Sie greifen sich die einzelnen Teile und schweißen oder kleben sie zusammen. Dabei fliegen jede Menge Funken. Es riecht ziemlich angebrannt.

„Bis zu 1800 dieser Rohbauten setzen wir hier jeden Tag zusammen“, sagt Michael Koch. Aber noch sehen sie ziemlich öde aus. Denn alle haben dieselbe Farbe: stahlgrau. Das ändert sich erst im nächsten Schritt: Dann werden die Metall-Skelette lackiert.

Danach laufen sie bunt und glänzend über ein großes Fließband. Entlang dieses Bands stehen Arbeiter und bauen jede Menge Einzelteile in das Auto-Gerippe aus Stahl: von Plastik-Abdeckungen bis zum Brems-System.

Nun fehlt noch ein besonderer Arbeitsschritt, die sogenannte Hochzeit. Denn was nützt ein Auto, das nicht aus eigener Kraft fahren kann? Es fehlt ja noch der Motor! Der wird nun in den Fahrzeugkörper eingebaut. Schließlich sind auch die Reifen und Autositze montiert. Nun naht der große Moment: Ein Mitarbeiter dreht zum ersten Mal den Zündschlüssel, um den Motor zu starten.

Hat alles geklappt, fährt das neue Auto noch über eine kurze Teststrecke: Klingt alles normal? Klappert nichts? Dann ist der Neuwagen bereit für seine erste große Reise: ins Autohaus.

Auto auf Bestellung

Wusstest du, dass viele Autos schon bei der Herstellung jemanden haben, der sie kauft? Denn zuerst sucht sich jemand im Autohaus einen Wagen aus. Welche Farbe soll das Auto haben? Wie viele Türen sollen es sein? Erst dann beginnt man gewöhnlich im Ford-Werk von Köln, das Auto zu bauen. Ein Computer sorgt dafür, dass vom Rohbau bis zu den Rädern die richtigen Teile zusammenkommen. Von der Bestellung bis zur Lieferung des Autos dauert es etwa sechs bis acht Wochen.

Der Rohbau, der von Robotern bearbeitet wird, ist ein Metall-Skelett des Autos. Bild: Torben Klausa

Paulas Nachrichten