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Von Cowboys, Pistolen und Kämpfen

27.08.2020 05:30, Von Antonia Kelloms — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Der Wilde Westen: Es gibt viele falsche Vorstellungen davon durch Filme und Romane

Cowboys auf Pferden und waghalsige Verfolgungsjagden: Das Leben im Wilden Westen klingt abenteuerlich. Aber war es wirklich so wild?

Einsame Cowboys, wilde Verfolgungsjagden und amerikanische Ureinwohner auf der Pirsch: So stellen sich viele den Wilden Westen vor. Doch was ist das eigentlich, der Wilde Westen?

Gewalt und Gesetzlosigkeit

Ein verfallenes Haus in St. Elmo im US-Bundesstaat Colorado. Die Geisterstadt St. Elmo ist verlassen. Heute kommen hier nur noch Urlauber hin.  Foto: Antonia Kelloms/dpa
Ein verfallenes Haus in St. Elmo im US-Bundesstaat Colorado. Die Geisterstadt St. Elmo ist verlassen. Heute kommen hier nur noch Urlauber hin. Foto: Antonia Kelloms/dpa

So bezeichnet man ein riesiges Gebiet in den Vereinigten Staaten von Amerika westlich vom Fluss Mississippi. Der Wilde Westen meint zudem eine bestimmte Zeit vor ungefähr 150 Jahren. Als wild wird sie deshalb bezeichnet, weil es damals dort kaum Gesetze gegeben haben soll. Geschichten in Büchern und den berühmten Western-Filmen handeln davon, dass sich damals viele Menschen einfach nahmen, was sie wollten. Dazu gehörte auch Gewalt.

Vertriebene Ureinwohner

Auch wenn die Zeit des Wilden Westens längst vorbei ist: Cowboys gibt es aber natürlich immer noch.  Foto: Hector Acevedo/ZUMA Wire/dpa
Auch wenn die Zeit des Wilden Westens längst vorbei ist: Cowboys gibt es aber natürlich immer noch. Foto: Hector Acevedo/ZUMA Wire/dpa

Denn die Weißen, die nach Nordamerika kamen, wollten das Land für sich erobern: zum Beispiel um Landwirtschaft zu betreiben oder Gold zu suchen. Aber dort lebten bereits Menschen: die amerikanischen Ureinwohner. Früher nannte man sie „Indianer“. Doch eigentlich ist der Begriff falsch, auch weil sie sich nie selbst so genannt haben.

Es kam zu vielen Kämpfen mit den amerikanischen Ureinwohnern, erzählt der Buchautor Eckehard Koch. Das geschah auch in dem Bundesstaat Colorado, der mitten im Westen der Vereinigten Staaten liegt. Hier lebte ein Volk Ureinwohner, die Ute heißen. „Sie wurden von den weißen Siedlern vertrieben“, erzählt Eckehard Koch. Das Gleiche passierte vielen anderen Ureinwohner-Stämmen. Sie mussten ihr Zuhause verlassen und in bestimmte Gebiete ziehen, die ihnen von den Weißen zugeteilt wurden.

Von dieser Zeit und diesen Kämpfen erzählen eine Menge Geschichten. Eine große Rolle spielen darin auch die außergewöhnlichen Schießkünste der Cowboys im Wilden Westen. Cowboy heißt übersetzt Kuhjunge, denn es waren die Rinderhirten.

Keine super Schützen

Doch konnten sie wirklich so toll schießen? Nein, sagt Eckehard Koch: „Das wird in den Romanen und Filmen oft falsch dargestellt. Cowboys hatten zwar Revolver und Gewehre, aber die wurden eher dafür genutzt, um die Rinderherden zusammenzuhalten. Richtig gute Schießer waren sie im Allgemeinen nicht.“ Cowboy zu sein, war ein harter Job. Sie mussten ihre Tiere zusammenhalten und über weite Entfernungen treiben. Außerdem mussten sie ihre Herden vor Banditen schützen, die die Rinder stehlen wollten.

So wie in den Filmen dargestellt, war die Zeit im Wilden Westen also eher nicht. Zudem wurde die Region friedlicher, als immer mehr Orte und Städte entstanden. Trotzdem kann man immer noch Spuren des Wilden Westens finden. Zum Beispiel ziehen die Leuten in manchen Orten in Amerika immer noch gern Cowboyhüte und Cowboystiefel an.

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