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Vom Baum bis in den Supermarkt

02.09.2008 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Lecker: Äpfel können süß sein – oder sauer, es gibt knackige und schrumpelige. Sie haben rote Bäckchen oder sind grasgrün. Manchmal hören sich ihre Namen an wie im Märchen: Auf den Feldern von Apfelbauer Ulrich Harms wachsen zum Beispiel die Sorten Topas, Astramel oder Jamba. Ulrich Harms ist 41 Jahre alt und hat einen großen Hof mit hunderten Obstbäumen in der Nähe der Stadt Hamburg. Rund um ihn herum wohnen viele Bauern, die Äpfel anbauen. Das Gebiet heißt Altes Land und ist berühmt für sein Obst.

Wenn du einen Apfel isst, kann es gut sein, dass er aus dem Alten Land kommt. Allerdings hat er bis dahin schon einiges hinter sich gebracht. Aber wie kommt der Apfel eigentlich in deine Frühstücksbox?

Es passiert meistens im frühen Herbst, oft im September. Der Apfel ist am Baum immer größer geworden. Wenn er richtig schön aussieht und lecker schmeckt, wird er von Ulrich Harms oder einem seiner Helfer gepflückt. Die Ernte hat begonnen. „Das geht alles von Hand“, erklärt der Bauer. Seine Apfelbäume sehen ganz anders aus als die großen, alten, die in manchen Gärten stehen: Sie sind schmal und niedrig und stehen einer neben dem anderen in langen Reihen. Das macht das Pflücken einfacher. Jeder Baum ist an einem Pfahl festgebunden, damit er nicht umfällt.

Die Pflücker haben große Holzkisten, in die sie die Äpfel legen. Die stehen auf einem Metallgestell, das aussieht wie ein Schlitten. Das können die Erntehelfer gut hinter sich her ziehen. Wenn alle Äpfel gepflückt sind, die an diesem Tag reif waren, werden sie auf den Hof gefahren. Am nächsten Tag geht es weiter. Auf dem Hof erwartet den Apfel erstmal ein Schock. Er wird in ein Kühlhaus gebracht. „Wenn der Apfel in das Kühlhaus kommt, fällt er in eine Art Winterschlaf“, erklärt Harms. „Man bremst den Apfel und hält ihn davon ab, immer reifer zu werden.“ In dem Lagerraum ist es erstens sehr kalt. Zweitens saugt eine Maschine den Sauerstoff aus der Luft. „Ein Apfel atmet ähnlich wie ein Mensch auch Sauerstoff ein“, sagt Harms. „Wenn man ihm den zum Teil wegnimmt, atmet er langsamer und wird nicht so schnell reif. Deshalb kann man ihn auch nach Monaten noch essen.“ Auch durch diese Lagerung schafft es der Bauer, dass man das ganze Jahr über Äpfel essen kann.

Ulrich Harms verkauft seine Äpfel an Obsthändler, Supermärkte oder in seinem Laden auf dem Hof. Wenn er Äpfel verkaufen will, holt er erstmal viele Kisten aus dem Kühllager. Dann schmeißt er seine Sortiermaschine an. „Die Äpfel werden auf ein Fließband geschüttet. Daneben steht jemand und nimmt die raus, die nicht so schön sind oder zu klein oder faul“, beschreibt Harms. Den Rest macht die Maschine automatisch. „Jeder Apfel wird einzeln gewogen. Die Maschine spuckt ihn dann je nach seinem Gewicht in eine bestimmte Kiste aus.“

Jetzt müssen wieder Menschen Hand anlegen: Sie verpacken die Apfelkisten und schicken sie auf ihre Reise ins Geschäft. Und da kannst du sie dann womöglich kaufen. Manche allerdings schnappt sich Ulrich Harms vorher selber und isst sie auf. „Ich mag zwar auch Apfelkompott und Apfelkuchen. Am liebsten esse ich die Äpfel aber roh.“

Obstbauer Ulrich Harms pflückt Äpfel. Foto: Sebastian Widmann

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