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Völkermord in Namibia

02.06.2021 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Deutschland erkennt Verbrechen aus Vergangenheit an

Deutschland will im Land Namibia in Afrika um Vergebung bitten. Denn vor langer Zeit haben Deutsche dort schlimme Verbrechen begangen.

Außenminister Heiko Maas gab am Freitag bekannt, dass die Bundesregierung ein Verbrechen von Deutschen vor langer Zeit anerkennt.  Foto: Tobias Schwarz/POOL AFP/dpa
Außenminister Heiko Maas gab am Freitag bekannt, dass die Bundesregierung ein Verbrechen von Deutschen vor langer Zeit anerkennt. Foto: Tobias Schwarz/POOL AFP/dpa

BERLIN (dpa). Die Verhandlungen dauerten fünf Jahre! Nun gibt es eine Einigung zwischen den Regierungen von Deutschland und dem Land Namibia in Afrika: Deutschland will zwei Völker dort um Vergebung bitten. Das gab der deutsche Außenminister am Freitag bekannt. Die Völker heißen Herero und Nama. Vor langer Zeit haben Deutsche Tausenden Herero und Nama Schlimmes angetan.

Das ist mehr als 100 Jahre her. Damals war das Gebiet des heutigen Landes Namibia eine deutsche Kolonie. Das bedeutet: Das Land wurde von Deutschen beherrscht. Die Kolonie hieß Deutsch-Südwestafrika. Auch andere europäische Länder gründeten damals Kolonien. Sie suchten Rohstoffe wie Gold und Land für Farmen, erklärt der Experte Jürgen Zimmerer. Das ging aber auf Kosten der Menschen, die dort lebten.

„In die Kolonie Deutsch-Südwestafrika kamen nach und nach viele Deutsche, um dort zu leben. Sie nahmen sich mehr und mehr Land“, sagt er. Das Land kauften sie zum Beispiel Einheimischen ab. Dabei gingen sie zum Teil betrügerisch vor. Außerdem begingen viele Deutsche Verbrechen an den Einheimischen, für die sie nicht belangt wurden.

Im Jahr 1904 kam es zu einem großen Aufstand. Die Volksgruppe Herero wehrte sich gegen die Unterdrückung. „Deutschland schickte daraufhin Soldaten ins Land. Die Herero wurden in eine Wüste getrieben“, sagt Jürgen Zimmerer. Von dort ließ man sie nicht zurück ans Wasser.

Zehntausende Herero starben. Auch vom Volk der Nama, das sich wehrte, wurden Tausende Menschen von Deutschen unterdrückt und ermordet.

Lange Zeit haben Angehörige der beiden Volksgruppen darauf gedrängt, dass Deutschland diese Verbrechen eingesteht. Nun sagt Deutschland endlich offiziell: Was damals geschah, war Völkermord. Das bedeutet: Menschen wurden getötet, weil sie zu einem bestimmten Volk gehörten. Deutschland will sich dafür entschuldigen und freiwillig Geld zahlen. Damit sollen Angehörige der Herero und Nama unterstützt werden.

Damit sind nicht alle zufrieden. Vertreter verschiedener Herero- und Nama-Gruppen kritisieren, dass bei den Verhandlungen nicht alle ihrer Gruppen mit am Tisch saßen. Außerdem finden es nicht alle gut, dass Deutschland betont, dass es freiwillig Geld bezahlt. „Viele sind der Meinung, dass das Deutschlands Pflicht ist“, sagt Jürgen Zimmerer.

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