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Viermal Blut

06.11.2021 05:30, Von Mariana Friedrich — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Diese Entdeckung hat vielen das Leben gerettet. Der Mediziner Karl Landsteiner fand vor 120 Jahren heraus: Blut ist nicht gleich Blut!

Bei Notfällen und auch vor Operationen wird die Blutgruppe stets noch einmal bestimmt. Mit Tests findet man heraus, wer welche Blutgruppe hat.  Foto: Jörg Carstensen/dpa
Bei Notfällen und auch vor Operationen wird die Blutgruppe stets noch einmal bestimmt. Mit Tests findet man heraus, wer welche Blutgruppe hat. Foto: Jörg Carstensen/dpa

ZÜRICH. Blut! Wenn das fließt, gucken manche Leute lieber weg. Der Mediziner Karl Landsteiner aber tat das Gegenteil. Er untersuchte Blut genau und fand heraus: Man kann die rote Körperflüssigkeit in vier Gruppen unterteilen.

Seine Entdeckung rettet bis heute jeden Tag Menschenleben! Die vier Gruppen sind: A, B, AB und 0, also null. Das wird AB0-System genannt. Zu wissen, welche Blutgruppe jemand hat, ist für Ärztinnen und Ärzte sehr wichtig. Ein Beispiel: Jemand hatte einen Unfall und hat deshalb viel Blut verloren. Dann bekommt er eine Blutspende, also etwas Blut eines anderen Menschen. Dafür muss die Blutgruppe passen.

Markus Schmugge erklärt, wie das funktioniert. Er ist Hämatologe, also ein Facharzt für Blut. „Prinzipiell sehen unsere Blutzellen alle gleich aus“, sagt er. Mit Blutzellen sind winzige Teile in der Flüssigkeit im Körper gemeint.

„Auf der Hülle jeder Blutzelle sitzen Antigene“, erklärt Markus Schmugge. Die unterscheidet man in A und B. „Das kann man sich einfach gesagt wie eine Haar- oder Augenfarbe vorstellen. Einige von uns haben blonde Haare, andere haben braune Haare. Aber wir sind alle Menschen.“

Das Problem ist allerdings: Würde jemand mit der Blutgruppe B Blut der Gruppe A gespendet bekommen, stoßen sich die Gruppen gegenseitig ab. Das Blut verklumpt dann, statt zu fließen. Das liegt an den sogenannten Antikörpern im Blut. Gruppe A hat Antikörper gegen die Antigene von Gruppe B und umgekehrt. „Das ist ein Schutzmechanismus. Der Körper wehrt das Fremde ab“, erklärt Markus Schmugge. Weil das aber bei einer Blutspende nicht passieren darf, werden immer die Blutgruppen getestet.

A und B passen also nicht zusammen. Was ist aber mit den Gruppen 0 und AB? Blutgruppe AB bedeutet: Sie trägt die Antigene A und B, hat aber keine Antikörper. Menschen mit dieser Blutgruppe können also Blutspenden von allen anderen Blutgruppen erhalten. Blutgruppe 0 heißt: Dieses Blut enthält gar keine Antigene. Das ist sehr praktisch. Diese Blutgruppe kann jedem Menschen ohne Gefahr gegeben werden.

„Heute gibt es noch viele weitere Systeme, nach denen Blutgruppen unterschieden werden“, erklärt Markus Schmugge. Das AB0-System war jedoch das erste. Es hat dafür gesorgt, dass seither vielen Menschen sicher mit Blutspenden geholfen werden kann.

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