Paulas Nachrichten

Viele stachelige Gesellen leben am Meeresboden

22.08.2009, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

„Igitt, das soll ich essen?“ Entsetzt schaut das Mädchen auf die ausgestreckte Hand des Mannes. Fünf orangefarbene, glibberige kleine Säckchen liegen dort auf dem Handteller des Italieners. Der alte Mann zuckt die Schultern und steckt sich das orangefarbene Etwas in den Mund. Er leckt sich die Fingerspitzen ab: „Schön fischig und salzig, so ein Seeigel“, sagt er und grinst.

Seeigel. Kann man die essen? Und ob. In vielen Ländern sind die stacheligen Meeresbewohner eine Spezialität. Sie werden zum Beispiel gebacken. Oder Leute essen sie – frisch aus dem Meer – auch roh. Verzehrt werden allerdings nur ganz bestimmte Teile der Tiere. Der Rest ist ungenießbar.

Seeigel gibt es in den Meeren von der Tiefsee bis zur Küste. Sie gehören zur Tiergruppe der Stachelhäuter. Viele von ihnen haben einen eher apfelförmigen Körper aus festen Kalkplatten, der über und über mit Stacheln versehen ist.

Die Stacheln sind mal kurz und stummelig, mal lang und spitz. Auf ihnen laufen diese Tiere oft wie auf Stelzen über den Meeresgrund. Die Richtung spielt bei vielen Seeigeln keine Rolle, denn ein Vorne oder Hinten gibt es bei den kugeligen Arten nicht. Aber ein Oben und Unten haben sie wohl.

Mit der Mundöffnung zum Boden stelzen diese Tiere über den Meeresgrund. Viele Seeigel-Arten raspeln mit ihren fünf spitzen Zähnen Algen und winzige Lebewesen von Steinen und Wasserpflanzen.

Seeigel haben aber nicht nur Stacheln. Wer genau hinschaut, erkennt dazwischen oft winzige Füßchen, die aus kleinen Poren durch das Skelett des Seeigels dringen. Mit ihnen halten sich diese Stachelhäuter zum Beispiel an glatten Felswänden und harten Böden fest. Der Kletterseeigel erklimmt damit sogar dünne Pflanzenstängel.

Neben den Füßchen besitzen Seeigel noch kleine bewegliche Zangen, die Pedicellarien. Es gibt Putzzangen, die das Stachelkleid von Schmutz befreien und Greifzangen, mit denen Nahrung zum Mund befördert werden kann. Und es gibt Giftzangen, mit denen sich Seeigel gegen Feinde wehren können. Gegen Möwen richten aber auch die Giftzangen häufig nichts aus. Die Vögel fischen viele Seeigel an Stacheln aus dem Meer und lassen sie aus luftiger Höhe auf Felsen fallen, bis die harte Schale aufspringt. Dann futtern sie das Innere auf.

Untersicht eines Seeigels an der Glasscheibe eines Aquariums im Ozeaneum Stralsund in Mecklenburg-Vorpommern. Seeigel gibt es in den Meeren von der Tiefsee bis zur Küste. Sie gehören zur Tiergruppe der Stachelhäuter. Viele von ihnen haben einen eher apfelförmigen Körper aus festen Kalkplatten, der über und über mit Stacheln versehen ist. Foto: Johannes-Maria Schlorke

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