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Viele Schulen, viele Namen

15.04.2021 05:30, Von Philipp Brandstädter — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Nach wem werden eigentlich unsere Einrichtungen benannt?

An den Namen seiner Schule kann sich jeder erinnern. Deshalb muss so ein Name auch gut gewählt sein. Oft orientiert man sich dabei an Menschen, die etwas Besonderes geleistet haben.

HAMBURG. Sonnen-Schule, Regenbogen-Schule, Berg-Schule: So heißen Schulen in vielen Städten. Doch oft werden Schulen auch nach berühmten Leuten benannt: Goethe-Gymnasium, Albert-Einstein-Oberschule oder Geschwister-Scholl-Realschule heißen sie dann. Warum ist das so?

Die Udo-Lindenberg-Mittelschule gehört zu den Schulen mit einem eher ungewöhnlichen Namen.  Foto: Philipp Brandstädter/dpa
Die Udo-Lindenberg-Mittelschule gehört zu den Schulen mit einem eher ungewöhnlichen Namen. Foto: Philipp Brandstädter/dpa

Früher hießen die Schulen meist einfach Dorfschule, Volksschule oder Klosterschule. Sie waren die einzigen Schulen in ihrem Ort und jeder wusste, welche Schule gemeint ist. Doch je mehr Kinder eine Schule besuchten, desto mehr Schulen kamen hinzu. Diese brauchten fortan eigene Namen, damit es nicht zu Verwechslungen kam.

Doch irgendein Name reicht natürlich nicht! „Eine Schule braucht einen schönen Namen“, erklärt der Fachmann Peter Albrecht. „Denn jeder erinnert sich daran, welche Schule man besucht oder besucht hat.“

Schulen benennen sich oft nach einer bekannten Person, deren Ansichten sie teilen. „Der Name der Person sollte bestenfalls als Vorbild für die Idee der Schule dienen“, sagt Peter Albrecht.

So benennen sich zum Beispiel Schulen mit einem Schwerpunkt in Naturwissenschaften gern nach Forschern wie Albert Einstein. Andere Schulnamen verweisen auf Personen oder Orte, die an ihre Region erinnern.

Sehr viele Schulnamen sind auch mit Menschen verbunden, die für die Freiheit und etwa gegen Diskriminierung gekämpft haben. Wie die Geschwister Scholl zum Beispiel. Diese hatten sich in Zeiten des Nationalsozialismus mutig gegen das Unrecht gewehrt. „Es sind eher die weiterführenden Schulen, die sich solche Namen geben“, sagt der Experte.

Schulen und andere Einrichtungen, Plätze, Parks und Straßen tragen also oft den Namen einer berühmten Person. Herrscher, Forscher und Künstler sind unter ihnen. Meistens haben sie eine Sache miteinander gemein: Es sind Männer.

Dabei gibt es so viele besondere Politikerinnen, Autorinnen und Wissenschaftlerinnen! Einige Leute wollen deshalb auch an sie erinnern. Sie stellen Gedenktafeln und Denkmäler für bedeutende Frauen auf. Und sie benennen Schulen nach ihnen.

Ein bekanntes Beispiel ist Marie Curie. Die Wissenschaftlerin hat mehrere Nobelpreise gewonnen. Eine Marie-Curie-Schule soll daran erinnern, dass sowohl Männer als auch Frauen in der Forschung erfolgreich sein können.

Viele Schulnamen treten immer wieder auf. Denn meistens benutzen Schulen Vorbilder, die sehr bekannt sind. Doch bald könnten immer mehr Schulen modernere Namen tragen. „Es werden zurzeit und in Zukunft viele neue Schulen gebaut“, erklärt Peter Albrecht.

Der Grund: Bis zum Jahr 2030 sollen eine Million mehr Kinder eine Schule besuchen als jetzt, schätzen Fachleute. Mehr Schülerinnen und Schüler brauchen mehr Schulen. Und neue Schulen brauchen neue Namen.

Bei der Wahl dürfen inzwischen oft auch Kinder mitentscheiden. So gibt es zum Beispiel seit einigen Jahren auch eine Udo-Lindenberg-Mittelschule im Bundesland Bayern. Der Musiker Udo Lindenberg steht für Toleranz und Vielfalt. Deshalb suchten sich die Schülerinnen und Schüler ihn als Vorbild aus.

Es sollen viele neue Schulen gebaut werden

In der Stadt Hamburg entstehen in nächster Zeit 44 neue Schulen. Manche werden umgebaut und erweitert, manche werden neu errichtet. Natürlich sollen diese Schulen alle einen schönen Namen bekommen. Also hat die Stadt einen Ideen-Wettbewerb gestartet.

„Viele Leute haben sich Gedanken gemacht und tolle Ideen eingeschickt“, sagt der Fachmann Peter Albrecht. Am häufigsten wurde der Name Jan Fedder vorgeschlagen. Der mittlerweile gestorbene Schauspieler wurde mit der Fernseh-Serie „Großstadtrevier“ bekannt. Die spielte in Hamburg.

Neben Berühmtheiten seien aber auch viele nicht so bekannte Leute dabei, berichtet Peter Albrecht. Die Schulen müssen sich als Nächstes entscheiden und aus den vielen vorgeschlagenen Namen einen passenden wählen.

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