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Viele kamen – und einige blieben

15.01.2022 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Was ist, wenn es viel zu viel Arbeit gibt? Dann braucht man Hilfe. So war es auch in der Bundesrepublik Deutschland vor etwa 60 Jahren. Die Hilfe kam aus dem Ausland. Wir beantworten einige Fragen dazu.

Eine Gruppe italienischer Gastarbeiter 1962 in Wolfsburg beim Kauf von Spaghetti. Die Bundesrepublik Deutschland brauchte Hilfe, denn es gab nicht genug Arbeitskräfte. Hilfe kam aus dem Ausland. Fotos: Hans Heckmann/dpa
Eine Gruppe italienischer Gastarbeiter 1962 in Wolfsburg beim Kauf von Spaghetti. Die Bundesrepublik Deutschland brauchte Hilfe, denn es gab nicht genug Arbeitskräfte. Hilfe kam aus dem Ausland. Fotos: Hans Heckmann/dpa

WOLFSBURG. In der Stadt Wolfsburg planen die Menschen eine Feier. Sie wollen daran erinnern, dass vor 60 Jahren viele Menschen aus dem Land Italien zu ihnen gekommen sind. In Wolfsburg sitzt nämlich eine bekannte Autofirma. Die Menschen aus Italien wurden damals nach Deutschland eingeladen, um für diese Firma zu arbeiten.

Ein italienischer Gastarbeiter (rechts) mit seinem deutschen Kollegen bei Arbeiten an einem VW Käfer im Volkswagenwerk in Wolfsburg im Jahr 1962.
Ein italienischer Gastarbeiter (rechts) mit seinem deutschen Kollegen bei Arbeiten an einem VW Käfer im Volkswagenwerk in Wolfsburg im Jahr 1962.

Wieso wurden Menschen aus dem Ausland zum Arbeiten nach Deutschland geholt?

Vor vielen Jahren gab es in der Bundesrepublik Deutschland plötzlich ziemlich viel Arbeit. Fachleute nennen das auch das Wirtschaftswunder. Aber es gab nicht genug Menschen, die die Arbeit hätten erledigen können. Deswegen fragte die deutsche Regierung damals Menschen in anderen Ländern, ob sie in der Bundesrepublik arbeiten wollen. Das klappte gut. Es kamen insgesamt 14 Millionen sogenannte Gastarbeiterinnen und Gastarbeiter aus den Ländern Italien, Spanien und der Türkei. Sie stellten etwa verschiedene Güter in Fabriken her oder arbeiteten im Bergbau.

Warum wurden sie Gastarbeiter genannt?

Das Wort besteht aus zwei Wörtern: Gast und Arbeiter. Ein Fachmann sagt: „Sie wurden Gastarbeiter genannt, weil es eigentlich vorgesehen war, dass sie nach zwei Jahren wieder zurückgehen.“ Sie sollten also nicht für immer bleiben. Viele wollten das auch gar nicht. Sie wollten etwas Geld verdienen und wieder in ihre Heimat zurückgehen. Drei Millionen Arbeitskräfte sind aber in der Bundesrepublik geblieben. Meistens kamen dann noch ihre Familien nach.

Nennt man sie heute immer noch Gastarbeiter?

Das Wort passt heute nicht mehr. Diese Menschen und ihre Nachkommen sind keine Gäste. Sie haben sich in Deutschland niedergelassen. Sie haben gearbeitet, studiert oder Kinder bekommen. Der Fachmann sagt: „Die Menschen, die in Deutschland blieben und ihre Kinder und Enkelkinder sind keine Gäste mehr, sondern haben hier ihre Heimat.“

Wie ist das heute?

Manchmal wirbt die Regierung immer noch gezielt um Arbeitskräfte aus dem Ausland. In bestimmten Berufen gibt es nämlich immer noch nicht genug Arbeitskräfte. So ist das etwa in der Altenpflege oder in der Landwirtschaft.

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