Paulas Nachrichten

Viele Aufgaben, aber wenig Macht

23.05.2009, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Ein roter Teppich liegt auf dem Boden. Politiker gehen darüber und eine Musikkapelle spielt. So sieht es oft aus, wenn unser Land hohen Besuch aus aller Welt erhält.

Der Bundespräsident empfängt in Berlin häufig andere mächtige Politiker. Er ist das Oberhaupt unseres Staates, er hat also den höchsten Posten.

Aber er ist nicht der mächtigste Politiker bei uns. Wenn es ums Regieren und Entscheiden geht, hat die Bundeskanzlerin mehr zu sagen. Dennoch ist der Bundespräsident wichtig. Er hat besondere Rechte und Aufgaben. Unter anderem vertritt er Deutschland viel im Ausland. Deshalb reist er zu Staatsbesuchen in andere Länder – oder er empfängt Politiker von dort bei uns. Zu Hause gilt: Ein Gesetz für das ganze Land wird erst dann gültig, wenn der Bundespräsident es unterschrieben hat.

Der Staatschef ernennt auch die Kanzlerin und ihre Minister. Er sucht die Kanzlerin zwar nicht selbst aus. Aber er schlägt dem Parlament vor, wer Kanzler werden soll. In der Regel ist der Name vorher klar. Abstimmen tut dann das Parlament. Es folgt die feierliche Ernennung durch den Präsidenten. Und erst danach dürfen ein Kanzler und seine Minister ihre Jobs starten. Wenn es in der Politik Stress gibt, kann so ein Ablauf wichtig sein.

Der Bundespräsident hält häufig Reden. Dabei macht er auf Probleme aufmerksam. Mit solchen Reden kann er sich in die Politik einmischen – auch das gibt ihm etwas Macht. Während viele Politiker zuerst an ihre Parteien denken, soll der Präsident über den Gruppen stehen. Er soll mehr das Ganze im Blick haben.

Außerdem kann der Präsident Gefangene begnadigen. Sie kommen dann früher aus dem Gefängnis.

In der Bundesversammlung sitzen 1224 Männer und Frauen, die heute den neuen Bundespräsidenten wählen. Nicht alle sind Politiker, auch Sportler, Schauspieler und Sänger gehören dazu.

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