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Viel Info leicht verpackt: Das macht ein Grafiker

30.03.2012 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Wie funktioniert eigentlich das Internet? Oder wie kann man mit Kastanien kegeln? Solche Dinge lassen sich in kleinen Bildchen erklären. Man nennt sie „Grafiken“. Antonia Schäfer macht solche Grafiken und sie erklärt, wie das geht.

Vielleicht hast du in einer Zeitung schon mal eine bunte Zeichnung entdeckt: mit Texten oder Zahlen darin, die dir etwas erklärt. Dann war das bestimmt eine Grafik. „Bei einer Grafik stecken meistens viele Informationen in einem Bild“, sagt Antonia Schäfer. Sie ist Grafikerin bei einer Firma, die diese besonderen Bilder macht – zum Beispiel für Zeitungen oder Prospekte. Gerade versucht Antonia, ein Theater in eine Grafik zu verwandeln. Das ist gar nicht so leicht! Denn sie muss erst viele Dinge herausfinden. Etwa: Wie genau sitzen die Zuschauer im Theater? Wie läuft die Arbeit hinter den Kulissen ab – also das, wovon die Zuschauer nichts mitbekommen sollen? „Meistens guck ich erst mal, was ich darüber im Internet finden kann“, sagt Antonia. Oft ruft sie auch Experten an, die ihr weiterhelfen. Schließlich muss alles stimmen, was sie zeichnet. „An all die Informationen zu kommen, ist manchmal schon kniffelig“, sagt die Grafikerin. Wenn sie alles herausbekommen hat, was sie wissen muss, nimmt Antonia Zettel und Bleistift in die Hand – und macht eine Skizze. „Die muss gar nicht schön sein“, sagt Antonia, „die ist nur für mich, damit ich mir meine Idee vorstellen kann.“ Sie kritzelt also drauflos, tüftelt Bilder aus und wirft sie wieder weg. Erst wenn Antonia mit einem Entwurf zufrieden ist, geht es an den Computer. Dort hat sie ein spezielles Programm. Sie kann damit am Computer wie auf einem Papier zum Beispiel Pinselstriche machen. Oder mit einer Sprühdose in bunten Farben sprühen und in verschiedenen Schriften schreiben. „Es ist wichtig, dass man auf dem Bild alles gleich erkennt“, sagt Antonia. Eine Katze muss also nach Katze aussehen, und ein Fußballer wie ein Fußballer. Dabei kommt es auch auf Kleinigkeiten an: Schließlich haben Klamotten oft Falten – und wie viele Streifen hat noch mal ein Zebra? „Ich guck mir zur Hilfe oft Fotos an“, sagt Antonia. Am Schluss wird ihr besonderes Bild dann beschriftet. Wenn alles fertig ist, zeigt Antonia ihre Grafik einem Kollegen. Dabei ist sie immer ein wenig gespannt: Versteht er alles gleich, was sie mit ihrer Grafik erklären möchte? „Ich musste schon mal ganze Grafiken über den Haufen werfen, weil der erste Kollege sie nicht verstanden hat“, erzählt Antonia. Das nervt dann ein bisschen. Schließlich braucht sie für eine Grafik ein paar Stunden. Aber meist muss Antonia nur noch Kleinigkeiten ändern – und dann bekommst vielleicht auch du mal irgendwo ihre Grafik zu sehen.

Antonia Schäfer bei der Arbeit Foto: Maria Rossbauer

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