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Videospiele – Tennis im Wohnzimmer

20.08.2012 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Auf dem Sofa hocken und Tasten drücken: So sieht es oft aus, wenn man Videospiele spielt. Aber manchmal springen Leute vor dem Bildschirm herum und wedeln wild mit den Armen. Videospiel-Konsolen übertragen ihre Bewegungen auf den Bildschirm.

Die XBox-Spielerin Sandra Klotai spielt ein Bowlingspiel. Foto: Felix Hörhager
Die XBox-Spielerin Sandra Klotai spielt ein Bowlingspiel. Foto: Felix Hörhager

Links, rechts, hoch, runter . . . Vor lauter Hüpfen gerät der Tennisspieler völlig außer Puste – das Spiel dauert schon 20 Minuten. Aber er läuft nicht über einen Tennisplatz, er hat nicht einmal einen Ball! Der Spieler springt durchs Wohnzimmer. Und in der Hand hält er statt eines Schlägers eine Fernbedienung. Wie von Zauberhand werden seine Bewegungen auf einen Bildschirm übertragen. Aber woher wissen Videospiel-Konsolen, was der Spieler gerade macht?

Videospiel-Konsolen bestehen aus mehreren Teilen. Bei Nintendo zum Beispiel aus der Konsole selbst, einer Fernbedienung und einer Sensorleiste. Die Konsole ist ein Computer. Die Sensorleiste stellt man auf oder vor den Bildschirm. Und die Fernbedienung nimmt man in die Hand – um das Spiel zu steuern.

„Man kann verschiedene Bewegungen damit machen: nach oben und unten oder zu den Seiten hin und her“, sagt Silja Gülicher von Nintendo. „Man kann sie im Kreis drehen, damit herumfuchteln oder auch plötzlich abstoppen.“ All diese Bewegungen werden im Innern der Fernbedienung erfasst – unter anderem von einem Sensor.

Der besteht aus zwei kleinen Metallstäbchen und einem Metallplättchen. Das kann zwischen den Stäbchen hin und her schwingen. Wenn man die Fernbedienung in eine Richtung bewegt, schwingt das Plättchen in die andere Richtung. Wie bei einem Blatt Papier: Wenn du es zwischen die Finger nimmst und nach rechts wedelst, schwingt der untere Teil nach links.

Der Abstand zwischen Plättchen und Stäbchen wird ständig gemessen. Und auch wie schnell sich das Plättchen bewegt. Diese Daten werden pausenlos an die Konsole geschickt. Die berechnet daraus, wie die Fernbedienung bewegt wird.

Damit die Bewegungen richtig im Spiel ankommen, muss die Konsole wissen, wo die Fernbedienung im Raum ist. Da hilft die Sensorleiste, die am Bildschirm steht. Die hat an beiden Enden Infrarot-Lichter. „Wenn man sich eine Linie zwischen den Infrarot-Lichtern denkt und von jedem der Lichter eine Linie zur Fernbedienung, dann bilden diese drei Linien ein Dreieck“, sagt Silja Gülicher. „Je nachdem, wo der Spieler steht, entsteht also immer ein anderes Dreieck.“ So weiß die Konsole stets, wo sich die Fernbedienung befindet. Andere Systeme verzichten auf eine Fernbedienung. Zum Beispiel der Bewegungssensor Kinect. Der gehört zur Spieleplattform Xbox 360 der Firma Microsoft. Dieser Sensor erfasst die Bewegungen der Spieler über eine Kamera. Die ist an die Konsole angeschlossen. Der Spieler hat also beide Hände frei.

So oder so: Die Konsole hat viel Arbeit: Sie berechnet aus dem Datenwust alle Bewegungen und überträgt sie auf den Bildschirm.

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