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Vermisster Urvogel aufgetaucht

30.10.2009 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Zehn versteinerte Urvögel und eine versteinerte Feder – mehr haben Forscher vom Archaeopteryx bisher nicht gefunden. Die Tiere lebten vor rund 150 Millionen Jahren und waren etwa so groß wie Krähen. Die Skelette von sechs Urvögeln und die Feder sollen an diesem Wochenende in München ausgestellt werden.

Um ein Fossil gibt es besonders viel Aufregung: um Archaeopteryx Nummer acht. Er wurde vorher noch nie gezeigt. Jahrelang schlummerte er in einem bayerischen Dorf. Seine Geschichte hat etwas von einem Krimi. Das Fossil gehörte etwa 20 Jahre lang einem Sammler, der darum kein Aufhebens machte. Lange ahnte niemand etwas von dem Schatz, den er hütete. Einmal – und das ist Jahre her – wurde Archaeopteryx Nummer acht ausgestellt, aber nur eine Kopie davon. Ein Fossilienhändler kam dem vermissten Vogel jetzt auf die Spur. Über einen Mittelsmann nahm er Kontakt zum Besitzer auf. Und der war bereit, sein Exemplar zu verkaufen. Ein Fachmann schätzte, dass so ein seltenes Fossil bis vier Millionen Euro wert ist.

Die Urvögel wurden in viele Lagen Schaumstoff verpackt und am Montag unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen nach München gebracht. Am Donnerstag sollten sie dann von Polizisten begleitet zum Ausstellungsort geschafft werden.

Die gefundenen Knochen der Urvögel stammen aus Bayern. Wo heute das Bundesland liegt, gab es damals Inseln und Meer. Die Tiere, die wohl nicht besonders gut fliegen konnten, stürzten möglicherweise bei Stürmen ins Wasser. Über die Jahre versteinerten sie im feinen Kalkschlamm.

Archaeopteryx-Original Nummer zehn (Thermopilis-Exemplar) liegt im Paläontologischen Museum in München. Zehn versteinerte Urvögel und eine versteinerte Feder – mehr haben Forscher vom Archaeopteryx bisher nicht gefunden. Foto: Frank Leonhardt

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