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Vermesser arbeiten auf den Millimeter genau

31.10.2020 05:30, Von Stefanie Paul — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Bevor ein Haus oder ein Straße gebaut wird, muss man das Gelände vermessen

Wenn man etwas bauen will, braucht man dafür natürlich einen ganz genauen Plan. Man muss beispielsweise wissen, wie das Gelände aussieht. Die dafür notwendigen Daten sammeln Vermesser.

Die beiden Vermessungstechniker Frank Richter (rechts) und Thomas Hundt von der Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg (LGB) stehen mit einem Tachymeter mit GPS-Antenne auf dem Oderdeich im brandenburgischen Aurith (Oder-Spree).  Foto: Patrick Pleul
Die beiden Vermessungstechniker Frank Richter (rechts) und Thomas Hundt von der Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg (LGB) stehen mit einem Tachymeter mit GPS-Antenne auf dem Oderdeich im brandenburgischen Aurith (Oder-Spree). Foto: Patrick Pleul

(dpa) Am Straßenrand sieht sie man zum Beispiel oft oder auf Baustellen. Oder sie stehen einfach mitten auf einem Feld. Die Männer und Frauen tragen neonfarbenen Jacken, manchmal auch noch einen Bauhelm auf dem Kopf und ein Funkgerät in der Hand.

Vor sich haben sie ein seltsames dreibeiniges Gerät aufgestellt. Durch das schauen diese Leute immer wieder hindurch, stellen am Gerät etwas ein und machen sich Notizen.

Vermesser sammeln viele Daten und erstellen Karten

Tachymeter heißt dieses merkwürdige Gerät. Es ist mit das wichtigste Arbeitsgerät von Vermessern. Immer wenn eine neue Straße gebaut werden soll oder beispielsweise eine Brücke oder ein neues Gebäude, dann sind Vermesser im Einsatz. Doch was machen sie genau?„Wir sammeln Daten über das Gelände. Wir vermessen es millimetergenau – und übertragen die gesammelten Daten dann zum Beispiel in eine Karte“, erklärt Marvin Byrasch.

Er arbeitet beim Vermessungsamt der Stadt Krefeld im Bundesland Nordrhein-Westfalen. Mithilfe dieser neuen Karte kann dann beispielsweise das neue Haus geplant werden.

Oder anders gesagt: Passiert ein Fehler beim Vermessen, dann würde das Haus vielleicht am falschen Platz gebaut. Oder eine Brücke steht dann dort, wo eigentlich ein Stück Straße sein sollte.

Manchmal sieht es so aus, als würden Vermesser einfach planlos in der Gegend herumstehen. Aber der Experte erklärt: „Man kann sich natürlich nicht einfach irgendwo hinstellen und drauflosmessen.“ Man muss schon genau überlegen, was vermessen werden soll und von welchem Punkt aus das am besten funktioniert.

Man muss immer an einer bestimmten Stelle messen

Dort stellen sich die Vermesser dann hin. Mithilfe von Satelliten und GPS, die Daten liefern, bestimmen sie punktgenau ihre Position. Das ist extrem wichtig, denn die Position des Vermessers ist der sogenannte Fixpunkt. Von diesem aus werden andere Punkte mit dem Tachymeter angezielt. „Für eine genaue Messung braucht man immer drei Fixpunkte“, erklärt Marvin Byrasch.

Manchmal findet man diese anderen Punkte in der Landschaft selbst, zum Beispiel in Form von Kirchtürmen. Solche Punkte nutzt man vor allem dann, wenn große Strecken gemessen werden. Es gibt aber auch markierte Punkte auf der Erde, zum Beispiel in Form von kleinen runden Metallplatten. Die Fachleute wissen genau, wo sie diese Markierungen finden.

Arbeit mit dem Laser statt mit dem Meterstab

Oft rammen die Vermesser aber einfach Stangen in einiger Entfernung in den Boden. Diese werden mit dem Tachymeter angezielt.

Das funktioniert heute aber meist mit einem Laser statt wie früher etwa mit einem Meterstab. Der Laser wird an den aufgestellten Stangen reflektiert. So werden dann Strecken und Winkel gemessen.

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