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Urlaub in Schweden – Mit Schlittschuhen wandern

22.02.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Mit Schlittschuhen fahren sie weit hinaus aufs Meer: Schlittschuhwanderer in Schweden. Mit Stöcken stoßen sie sich dabei auf dem dicken Eis ab. Der Schwede Anders Tysk führt auch Urlauber übers Eis.

Du fährst gerne Schlittschuhe? Dann würde es dir in Schweden sicher gefallen. In dem Land im Norden Europas ist es im Winter häufig so kalt, dass Buchten und Seen zufrieren. Auf den riesigen Eisflächen fahren  die Schlittschuhläufer oft sehr weit. Manchmal laufen sie viele Kilometer, sodass man das Ufer nicht mehr sieht. Diese Trendsportart nennt man auch Schlittschuhwandern. Sie ist zum Beispiel in Schweden beliebt. Dort machen das auch Eltern mit ihren Kindern, erzählt Anders Tysk.

Anders Tysk ist Schwede. Im Winter schnallt sich der 60-Jährige oft Schlittschuhe unter die Füße und geht mit Urlaubern aufs Eis. Sie kommen zum Beispiel aus Deutschland und oft aus den Niederlanden, einem Nachbarland von uns. Zu Hause drehen sie häufig ihre Runden in einer Eishalle. Mit Anders wagen sie sich auf die Ostsee.

Die erstreckt sich von Deutschland bis weit hinauf nach Norden. Auch Stockholm, die Hauptstadt Schwedens, liegt an einer Bucht. Dort ist das Wasser oft zugefroren. Wo sonst Boote fahren, sind dann Schlittschuhläufer unterwegs.

Auch Anders juckt es in den Füßen. Bevor er mit seiner Gruppe losfährt, müssen erst alle die Ausrüstung genau kennenlernen. Die Schlittschuhe sehen komisch aus. Es sind Wanderstiefel, die auf lange Kufen geklemmt werden. Die messerscharfen Schienen hören nicht an den Zehen und der Ferse auf, sondern stehen vorne und hinten über.

Anders führt ein paar Schritte vor. Er stößt sich mit seinen Wanderstöcken ab, holt seitlich mit den Füßen aus und gleitet über das Eis. Er kommt so schnell wie ein schneller Fahrradfahrer voran, wenn er will. Es sieht einfach aus, doch so leicht ist es nicht. Man kann schon ins Stolpern geraten, denn das Eis ist nicht immer glatt. Manchmal liegt Schnee darauf, der die Läufer bremst. Völlig ungefährlich ist das Ganze natürlich nicht. Deswegen gibt es auch einige Regeln, die Schlittschuhfahrer in Schweden beachten sollten. Eine sehr wichtige: Niemand darf alleine auf das Eis, damit jemand helfen kann, falls etwas passiert.

Wer mit Anders unterwegs ist, muss keine Angst haben. „Mit mir ist noch nie jemand ertrunken“, sagt er. Mit seinem Stock schlägt er ein Loch ins Eis. Mit den Fingern misst er, wie dick es ist: zehn Zentimeter. Das reicht, um eine Gruppe Menschen zu tragen. An vielen Stellen ist das Eis sogar etwa so dick wie eine Cornflakes-Schachtel hoch ist.

Aufnahme in einer Bucht vor Stockholm Foto: Aglaja Adam

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