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Unterwegs mit Stadtnatur-Rangern

06.08.2020 05:30, Von Philipp Brandstädter — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Auch in den Städten, Parks und Kleingärten gibt es seltene und schützenswerte Tier- und Pflanzenarten

In der Hauptstadt Berlin sind StadtnaturRanger unterwegs. Sie versuchen, Lebensräume von gefährdeten Tieren und Pflanzen zu bewahren. Dabei begegnen sie Tieren, die andere Leute eher selten zu Gesicht bekommen. Wir haben sie in Berlin begleitet.

Stadtnatur-Ranger haben im lockeren Sandboden kleine Trichter entdeckt. Das war das Werk von Ameisenlöwen.
Stadtnatur-Ranger haben im lockeren Sandboden kleine Trichter entdeckt. Das war das Werk von Ameisenlöwen.

Wir sind einem wilden Löwen auf der Spur! Erst klettern wir einen Hang hinauf. Dann pirschen wir uns leise an. Im sandigen Boden wird Nathalie Bunke fündig. Sie hat Spuren entdeckt. Sie packt ihr Werkzeug zum Löwen-Fang aus: ein Sieb und einen Löffel.

Der Ameisenlöwe ist ein kleines Raubtier. Er buddelt im lockeren Sand Trichter und gräbt sich ein. Dort wartet er auf Beute, zum Beispiel auf Ameisen. Fotos: Philipp Brandstädter/dpa
Der Ameisenlöwe ist ein kleines Raubtier. Er buddelt im lockeren Sand Trichter und gräbt sich ein. Dort wartet er auf Beute, zum Beispiel auf Ameisen. Fotos: Philipp Brandstädter/dpa

Nathalie Bunke ist von Beruf Stadtnatur-Rangerin. Ranger werden meist Leute genannt, die in einem Nationalpark oder einem anderen Schutzgebiet arbeiten. Nathalie Bunke und ihre Kollegen dagegen sind in der Hauptstadt Berlin in bestimmten Wäldern und Parks, aber auch auf Friedhöfen und in Kleingärten unterwegs.

Zielsicher sticht die Rangerin mit dem Löffel in den Boden und schüttet den Sand in das Sieb. Als die Körner herausrieseln, stellen wir fest: Wir haben den Löwen gefangen! Natürlich keinen Löwen, wie er in Afrika lebt. Die Rede ist von einem Ameisen-Löwen. Das ist eine Insektenlarve, ein Insektenkind. Die Larve ist auch ein gefräßiges Raubtier. Gefährlich ist sie aber nur für sehr kleine Tiere.

„Unsere Aufgabe ist es, schützenswerte Tiere und Pflanzen zu entdecken“, sagt Nathalie Bunke. „So finden wir heraus, ob eine Fläche in ein Schutzgebiet umgewandelt werden sollte.“ In den Gebieten kann der Lebensraum von Tieren und Pflanzen besser erhalten werden. Dort darf man etwa nicht mehr einfach bauen oder Bäume fällen.

Zu den schützenswerten Arten gehören seltene Käferarten

Bei den schützenswerten Tieren handelt es sich um Arten, die hierzulande selten geworden sind. Der Ameisen-Löwe gehört nicht dazu. Auch wenn man ihn nicht mehr so oft sieht. Die Ranger richten ihr Augenmerk eher auf seltene Käfer wie zum Beispiel den Eremiten und den Eichenbock. Oder auf Vögel wie den Mittelspecht.

Auf einem Holzhaufen sonnt sich eine Zauneidechse. Als wir ihr etwas zu nahe kommen, verschwindet sie schnell unter einem Stück Rinde. Die Zauneidechse ist ein Reptil und gilt seit einiger Zeit als gefährdete Tierart.

„Der Lebensraum des bedrohten Reptils geht nach und nach verloren“, erklärt die Rangerin.

Die Naturschützer wünschen sich, dass sich die Zauneidechsen allmählich wieder bei uns vermehren. Die Stadtnatur-Ranger bemühen sich deshalb, die Schutzgebiete für die Tiere wieder lebenswert zu machen. Zum Beispiel, indem sie dort für Verstecke wie Steinhaufen oder Baumstämme und Äste sorgen.

Doch die Ranger haben es nicht nur mit Tieren und Pflanzen zu tun. „In der Großstadt treten wir natürlich auch viel mit den Menschen in Kontakt“, erzählt Nathalie Bunke.

Oft klärt sie die Leute über die Schutzgebiete und die bedrohten Lebewesen auf. Meist wissen diese nicht, welche Tiere in ihrer Nachbarschaft beschützt werden müssen.

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