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Untergehen ist schwierig

16.09.2020 05:30, Von Rebecca Krizak — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Im Toten Meer kann man sich einfach aufs Wasser legen und treiben lassen

Wer sich ins tiefe Wasser setzt, geht unter. Das stimmt eigentlich immer. Außer man ist zu Besuch am Toten Meer.

Eine Badestelle am Toten Meer in Jordanien. Das Tote Meer zieht sich immer weiter zurück, denn es verdunstet mehr Wasser als nachkommt.  Foto: Rebecca Krizak/dpa
Eine Badestelle am Toten Meer in Jordanien. Das Tote Meer zieht sich immer weiter zurück, denn es verdunstet mehr Wasser als nachkommt. Foto: Rebecca Krizak/dpa

Es gibt Urlaubsbilder, die will fast jeder machen. Das ist zum Beispiel in Italien am Schiefen Turm von Pisa der Fall. Viele Menschen stellen sich dort so hin, als würden sie den krummen Turm höchstpersönlich abstützen. Wer zum Baden ans Tote Meer reist, der hat mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Zeitung dabei. Was man damit im Meer will? Lesen natürlich!

Ein Gefühl, als würde man schweben

Was ansonsten im Wasser ziemlich schwierig ist, geht im Toten Meer. Es liegt zwischen Israel, Jordanien und dem Westjordanland. Im Wasser kann man sich einfach auf den Rücken legen.

Am Rand des Wassers kann man dicke Salz-Ablagerungen sehen.  Foto: Rebecca Krizak/dpa
Am Rand des Wassers kann man dicke Salz-Ablagerungen sehen. Foto: Rebecca Krizak/dpa

Man kann die Beine ausstrecken, sich treiben lassen und Zeitung lesen. Dabei lassen sich viele Leute fotografieren. Das Ganze fühlt sich ein bisschen wie Schweben an. Dafür verantwortlich ist das viele Salz im Wasser. Es sorgt dafür, dass wir nicht untergehen.

Durch das viele Salz ist das Wasser dichter

Denn es verändert die Dichte. Normalerweise hat unser Körper eine höhere Dichte als Wasser. Deshalb sind wir im Verhältnis schwerer und gehen unter. Durch das viele Salz wird die Dichte im Toten Meer aber größer. Deswegen ploppen unsere Körper plötzlich einfach so an die Oberfläche.

Es verdunstet mehr Wasser als nachfließen kann

Der hohe Anteil von Salz im Toten Meer hat mit der besonderen Lage zu tun. Denn das Tote Meer liegt mitten in der Wüste. Es ist heiß und trocken.

Deshalb verdunstet mehr Wasser als etwa durch Regen neu dazukommt. Ein Teil des Wassers verschwindet, zurück bleiben unter anderem die Salze.

Selbst wer nicht so gut in Mathe ist, müsste jetzt etwas merken: Wenn mehr Wasser verdunstet als nachkommt, dann ist das Tote Meer doch irgendwann verschwunden, oder?

Der Strand ist jedes Jahr ein Stück weiter weg

Genau so könnte es kommen, sagt Aadil. Er arbeitet an einem Strand in Jordanien. Sein Arbeitsplatz ist die Wasserkante. Von hier aus überwacht er die Badegäste.

„Jedes Jahr rücke ich ein Stück nach vorne“, erzählt Aadil. Denn pro Jahr geht der Wasserspiegel um etwa einen Meter zurück. Früher war die Strecke vom Hotel zum Wasser so kurz, dass die Badegäste sie gelaufen sind, sagt er. Heute kommen sie mit dem Bus.

Zu viel Flusswasser wird auf die Felder gepumpt

Das Wasserproblem liegt nicht nur an der Verdunstung. Früher kam genügend Wasser aus dem Fluss Jordan, um das Tote Meer wieder aufzufüllen.

Doch mittlerweile wird sehr viel Wasser aus dem Fluss gepumpt, bevor dieser das Tote Meer erreicht. Das Wasser wird zum Beispiel für die Felder gebraucht. Wissenschaftler überlegen schon länger, wie man das Verschwinden des Toten Meeres verhindern kann.

Eine Idee ist es, Wasser aus dem Roten Meer ins Tote Meer zu pumpen. Umweltschützer aber sagen: Das ist vielleicht keine gute Idee. Denn das Wasser ist ganz unterschiedlich zusammengesetzt. Es sei noch gar nicht genug geprüft, wie sich das Tote Meer dadurch verändern würde.

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