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Totholz – wie neues Leben im alten Baum entsteht

02.03.2009, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hast du dir im Wald schon mal einen umgefallenen Baumstamm aus der Nähe angeschaut? Der Baum ist zwar tot. Aber da drinnen tobt das Leben. Das ist ein Gewusel aus Käfern, Asseln, Würmern und vielem mehr. Sie alle arbeiten daran, dass aus dem Baum wieder Waldboden wird – Humus. Das dauert allerdings ziemlich lange. Bei Bäumen mit weichem Holz wie Birken und Fichten braucht es bis zu 15 Jahre, erzählt Förster Michael Brüggemann. „Bei Hartholz wie Buchen und Eichen kann es sogar 50 Jahre oder länger dauern.“

Als Erste machen sich Pilze über den abgestorbenen Baum her. Sie ernähren sich von den Nährstoffen im Stamm und weichen ihn auf. Dann ist die Bahn frei für die Insekten. Käfer wie der Prachtkäfer und der Bockkäfer bohren Löcher ins Holz und legen ihre Eier darin ab. Die Larven knabbern sich später nach draußen und machen den Stamm löchrig. Über 1000 verschiedene Arten haben Wissenschaftler an toten Bäumen gefunden – die meisten an Eichen. Der Spalt zwischen Rinde und Holz ist für Käfer wie eine Wohnung im Schlaraffenland. „Hier sind sie geschützt vor Feinden wie Vögeln, finden immer genug zu fressen und können ihre Eier ablegen“, erklärt der Biologe Gerhard Laukötter. Echte Schwerstarbeiter sind die Asseln. „Mit ihren scharfen Mundwerkzeugen fräsen sie wie ein Schredder über das Holz und zerkleinern es beim Fressen“, sagt Laukötter. Wenn sie die zerkleinerten Holzteile später wieder ausscheiden, stürzen sich Käfer, Fliegenlarven und Schnecken darauf. Für sie ist Asselkot ein Leckerbissen.

Nach ein paar Jahren hat der Baum seine Rinde und Äste verloren. Er ist überwachsen mit Moos, Flechten und Pilzen. Eine dicke Laubschicht von benachbarten Bäumen umgibt ihn. Darin leben Mäuse, Lurche und Kröten. Sie finden dort ein ideales Versteck und reichlich Futter. Irgendwann ist von dem Stamm nur noch feuchtes Baummehl übrig – sogenannter Mulm. Der besteht aus fein geraspeltem und mehrfach verdautem Holz.

Noch immer ernähren sich Käfer, Würmer, Pilze, Asseln, Tausendfüßler, Fliegenlarven und winzige Milben davon. Am Ende ist der Baumstamm verschwunden. Die Tiere und Pilze haben ihn vollständig zerlegt. Von den entstandenen Stoffen ernähren sich andere Pflanzen und junge Bäume. Bis auch sie irgendwann sterben und von den Lebewesen in ihre Bestandteile zerlegt werden – ein fortwährender Kreislauf.

Ein zur Familie der Cerambyciade (Bockkäfer) zählender Moschusbock sitzt auf einem Blatt. Totholz ist ein Paradies für viele Krabbeltiere wie die Bockkäfer. Aber erst mal machen sich Pilze über den abgestorbenen Baum her. Sie ernähren sich von den Nährstoffen im Stamm und weichen ihn auf. Dann ist die Bahn frei für die Insekten. Käfer bohren Löcher ins Holz und legen ihre Eier darin ab. Die Larven knabbern sich später nach draußen und machen den Stamm löchrig. Die Bockkäfer fallen durch ihre besonders langen Fühler auf. Foto: Arne Dedert

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