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Tierchen helfen: Wie aus Regenwurmkacke Erde wird

12.08.2020 05:30, Von Katharina Heimeier — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Mit einem Komposthaufen kann man selbst Humus erzeugen

Erst ist es Abfall, dann Erde voller Nährstoffe. Dieses Wunder der Natur geschieht im Kompost. Eine Gartenexpertin gibt Tipps zum Bau eines Komposthaufens und erklärt, wie Würmer und Bakterien bei der Verwandlung helfen.

Regenwürmer krabbeln im Biokompost umher.  Foto: Martin Schutt
Regenwürmer krabbeln im Biokompost umher. Foto: Martin Schutt

DORTMUND. Eierschalen, Apfelreste, welke Blumen, Grashalme und Laub: Das alles kannst du nutzen, um deine eigene Erde herzustellen. Du brauchst dafür nur einen Kompost und Geduld. Den Kompostkasten kannst du zum Beispiel mit Holzbrettern aus dem Baumarkt bauen. Lass dir dabei von einem Erwachsenen helfen. Sucht euch einen guten Platz im Garten. Am besten nicht zu nah am Haus, denn der Abfallhaufen kann ordentlich stinken.

Die Abfälle auf dem Haufen werden mit der Mistgabel gemischt. Foto: dpa
Die Abfälle auf dem Haufen werden mit der Mistgabel gemischt. Foto: dpa

Beim Befüllen des Komposts solltest du darauf achten, alles so locker wie möglich zu schichten. „So kommt Sauerstoff an die Abfälle, der für die Zersetzung benötigt wird“, sagt die Gartenexpertin Marja Rottleb.

Außerdem sollte der Inhalt aus verschiedenen Schichten bestehen. Es eignen sich Laub, kleine Äste und Blätter und Rasenschnitt. Das ist das Gras, das beim Mähen übrig bleibt. Außerdem ist der Kompost natürlich für den Bio-Abfall: Obst und Gemüseschalen, Kaffeesatz und Teeblätter kannst du gut in den Kompost werfen. „Auf Fleischreste sollte man verzichten. Die locken Ratten an, und die möchte man sicher nicht so gerne im Garten haben“, sagt die Fachfrau.

Damit der Kompost nicht so arg stinkt, deckst du die Abfälle oben am besten mit Rasenschnitt ab oder streust Kalk darauf. Dann lässt du den Kompost arbeiten. „So etwa nach einem Jahr kommt unten im Kompost Humus heraus“, sagt Marja Rottleb. Das ist eine sehr nährstoffreiche Erde: wie ein Dünger, nur dass er nicht künstlich hergestellt ist, sondern alles aus dem eigenen Garten und von Abfällen kommt.

„Im Grunde ist Humus Regenwurmkacke“, sagt die Fachfrau. „Also pflanzlicher Abfall, der von Regenwürmern und anderen Tieren gefressen und wieder ausgeschieden wird.“

Wenn du den Kompost von der Seite anschaust, erkennst du, wie diese Erde-Fabrik funktioniert. „Oben auf dem Kompost liegen die noch nicht zersetzten Abfälle, darunter wird es feiner und dunkler. Weiter unten kommt ganz dunkler, feuchter Matsch und darunter Humus“, sagt Marja Rottleb. Oben im Kompost findet man die größeren Tiere, also Käfer, Regenwürmer, Fliegen und Maden. „Sie zersetzen, also fressen und verarbeiten die Abfälle“, sagt die Expertin.

Darunter kommen kleinere Tiere wie Springschwänze und kleine Würmer und darunter dann Bakterien und Pilze. Die übernehmen den Rest der Arbeit.

Manchmal gehen die Schichten mit den Tierchen auch ineinander über. Aber im fertigen Humus wirst du keine Regenwürmer mehr finden. Dort finden sie ja nichts mehr zu fressen.

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