Paulas Nachrichten

Text vergessen? Hilfe aus dem kleinen Kasten

19.11.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Es ist ein seltsamer kleiner Kasten, der in vielen Theatern und Opernhäusern an der Bühne steht. Er ragt ein bisschen vor. Doch wozu ist er gut? In ihm sitzt eine wichtige Person am Theater – ein Vorsager oder eine Vorsagerin.

Vorsagen erlaubt! Es wäre zu schön, wenn das für Klassenarbeiten auch gelten würde. Aber im Theater oder in der Oper gehört das dazu. Dem Publikum fällt der Kasten an der Bühne meist gar nicht auf. Und das soll auch so sein. Denn darin sitzt eine Souffleuse (gesprochen: suflöse) oder ein Souffleur (gesprochen: suflöa). Aus dem Kasten flüstern sie den Sängern ihren Text zu, sollten sie den mal mitten in der Aufführung vergessen.

So eine Vorsagerin ist auch Susanne Heidt. Die 39-Jährige ist schon seit über zehn Jahren Souffleuse. Im Moment ist sie an der Oper in Düsseldorf im Bundesland Nordrhein-Westfalen. Da werden viele Opern gespielt – manche davon sind irre lang. Da lernen die Darsteller natürlich viel Text. Und manchmal gibt es dann bei der Aufführung „Hänger“ oder „Aussetzer“. So nennt man das, wenn ein Schauspieler oder Sänger plötzlich ins Stocken gerät.

Meistens erkennt eine Souffleuse schon am Gesichtsausdruck, wenn der Schauspieler oder Sänger nicht weiterweiß. Wenn sein Blick hilfesuchend zu ihrem Kasten gleitet, flüstert sie schnell das Stichwort für den nächsten Satz. Dann ist die Szene gerettet. Soufflieren ist französisch und heißt etwa so viel wie flüstern oder hauchen.

Um einen „Hänger“ ausbügeln zu können, muss die Souffleuse oder der Souffleur Text und Noten genau kennen. Beides hat derjenige in einem dicken Buch vor sich. Das kann schon mal 500 Seiten haben.

Die Zuschauer können Susanne Heidt nicht sehen, denn in Richtung des Publikums ist der Kasten geschlossen. Aber zur Bühne ist eine Öffnung. So können die Schauspieler und Sänger das Gesicht der Souffleuse sehen. Ihr Körper ist verborgen unter der Bühne, wo die Souffleuse auf einem erhöhten Stuhl sitzt.

„Ich darf nicht mit den Gedanken abschweifen und überlegen, ob ich noch Kartoffeln einkaufen muss. Das könnte gefährlich werden“, erzählt Susanne Heidt. Denn dann weiß sie nicht, wo sie einsetzen muss.

Susanne Heidt an ihrem Arbeitsplatz Foto: Roland Weihrauch

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