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Tempel, Paläste und eine Königin: Archäologe Ludwig Borchardt

04.12.2012 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Königin Nofretete lebte vor langer Zeit und war wunderschön. Das wissen wir, weil es eine Figur von ihr gibt. Die steht in einem Museum in Berlin und ist sehr berühmt. Nicht so bekannt ist der Mann, der sie gefunden hat: der Archäologe Ludwig Borchardt.

Das Bild zeigt die gesamte Grabungsmannschaft; Ludwig Borchardt ist der Dritte von rechts. Copyright: Universitätsarchiv Freiburg
Das Bild zeigt die gesamte Grabungsmannschaft; Ludwig Borchardt ist der Dritte von rechts. Copyright: Universitätsarchiv Freiburg

Es war der 6. Dezember, der Nikolaustag. Diesen Tag sollte der Archäologe Ludwig Borchardt nicht mehr vergessen. Denn da machte er eine große Entdeckung. Das war vor fast genau 100 Jahren. Der Deutsche leitete damals eine Ausgrabung in dem Land Ägypten. Das liegt im Norden von Afrika. In den Resten einer geheimnisvollen Stadt fand er die Figur eines Frauenkopfes. Vorsichtig gruben Ludwig Borchardt und seine Mitarbeiter die Figur mit den Händen aus.

Ludwig Borchardt kannte sich mit Kunst aus dem alten Ägypten sehr gut aus. Deshalb wusste er sofort, dass er etwas Besonderes gefunden hatte. Es war die Figur der Königin Nofretete. Und sie war so schön, dass der Forscher begeistert in sein Tagebuch schrieb: „Arbeit ganz hervorragend. Beschreiben nützt nichts, ansehen.“ Obwohl die Figur schon uralt war, leuchteten die Farben noch ganz frisch. Ludwig Borchardt nannte die Nofretete deshalb später in seinem Tagebuch und Aufzeichnungen auch die „bunte Königin“. Heute kennen viele die Büste der Königin Nofretete. Sie steht in einem Museum in Berlin. Dort ist sie so was wie ein Star. Dass aber nur wenige Leute wissen, wer Ludwig Borchardt war, können Archäologen nicht verstehen. „Er hat zum Beispiel neue Methoden bei seinen Ausgrabungen angewandt. Die sind für die Arbeit der Archäologen auch heuten noch wichtig“, sagt Cornelius von Pilgrim. Er ist selbst Archäologe und Experte für das alte Ägypten. Ludwig Borchardt war nämlich auch Architekt. Ihn interessierten bei den Ausgrabungen nicht nur kostbare Kunstwerke. Er versuchte auch herauszufinden, welche Gebäude die Menschen im alten Ägypten errichtet hatten: Tempel, Paläste, aber auch einfache Wohnhäuser.

Wenn von den uralten Mauern oft nur noch Schutthaufen übrig waren, versuchte Borchardt, wie ein Architekt vorzugehen. Dazu maß er einzelne Steine ab. Er untersuchte die Reste der Mauern. Und er machte viele Skizzen. Dann überlegte er sich, wie wohl das Gebäude früher ausgesehen haben musste. „Das war zu dieser Zeit etwas ganz Neues“, erklärt Cornelius von Pilgrim. Archäologen erinnern sich heute vor allem deswegen an den Forscher und Entdecker Ludwig Borchardt. Und nicht nur, weil er die „bunte Königin“ im Sand entdeckt hatte.

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