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Täglich Löwen und Zebras – das Leben eines Safarileiters

10.05.2011 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Zebras, Elefanten, Löwen – solche wilden Tiere locken Urlauber aus aller Welt nach Kenia. Das Land liegt im Osten Afrikas. Safarileiter führen Touristen durch die Nationalparks. Einer von ihnen ist der 39-jährige Joseph Kagera.

„Karibu!“ ruft Joseph Kagera vom Auto aus. Drei Urlauber warten vor einem Hotel auf den Safarileiter. Das Wort Karibu stammt aus der afrikanischen Sprache Swahili und heißt „Willkommen!“. Die Touristen steigen ins Auto ein und lächeln müde. Es ist erst halb sieben Uhr morgens. „Wir müssen so früh losfahren, weil man morgens viel mehr wilde Tiere sieht“, erklärt Joseph. „Mittags ziehen sich Löwen, Giraffen und Zebras wegen der Hitze in den Busch zurück.“Joseph fährt heute mit drei Urlaubern aus Deutschland durch einen Nationalpark im afrikanischen Kenia. „Aussteigen ist nicht erlaubt“, warnt der 39-Jährige schon vorher. „Vor einem Nashorn oder einem Löwen könnt ihr niemals wegrennen! Die sind viel schneller.“ Kaum im Nationalpark angekommen, geraten Joseph und die Kenia-Gäste mitten in eine Pelikan-Herde. Hunderte der Vögel löschen an einem Fluss ihren Durst. „Oh!“ und „Uh!“, staunen die Urlauber und knipsen mit ihren Kameras aus den Auto-Fenstern. Plötzlich trampelt ein Nashorn zwischen die Pelikane. Es möchte sich am Flusswasser erfrischen. Die Touristen strecken ihre Kameras noch weiter aus dem Fenster heraus. „Ein Nashorn kann 40 Kilometer in der Stunde schnell rennen“, erklärt Joseph und fährt anschließend weiter durch die trockene, gelbe Steppe.

Um halb eins mittags haben die Urlauber auch Giraffen, Affen und Zebras gesehen. Jetzt ist es bullenheiß, alle Tiere dösen. „Zeit für Mittagessen. Bis 16 Uhr ist Pause“, sagt Joseph und parkt den Wagen vor einem Hotel. Die Urlauber eilen hungrig ins Restaurant. Joseph hält auf einer schattigen Terrasse seinen Mittagsschlaf.

Um 16 Uhr trommelt er seine Bande wieder zusammen. „Auf geht’s! Wir wollen noch Löwen finden.“ Flugs sind Joseph und die Urlauber wieder im Auto, doch keine Löwen weit und breit. Da kommt Joseph ein anderer Safari-Wagen entgegen. Er wechselt mit dem Fahrer ein paar Worte, dann ändert er die Richtung.

„Wir Fahrer verraten uns gegenseitig, wo die wilden Tiere lauern“, erzählt Joseph. Und schon taucht auf einem Hügel ein Löwenpaar auf. Es ist durch das struppige, braungelbe Berggebüsch gut getarnt. „Als Safarileiter braucht man wachsame Augen“, meint Joseph. Um halb sieben Uhr abends wird es langsam dunkel. Joseph setzt die Urlauber vor ihrem Hotel ab. „Das war eine erfolgreiche Safari“, sagt er. „Wir haben alle Tiere gesehen, die es im Nationalpark gibt.“ Zufrieden fährt er nach Hause, wo seine Kinder auf ihn warten.

Eine Elefantenkuh überquert vor einem Safari-Jeep im kenianischen Amboseli-Park eine Straße. Elefanten locken Urlauber aus aller Welt nach Kenia. Foto: Thomas Burmeister

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