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Synchronsprecher verleihen ihre Stimme

23.12.2021 05:30, Von Louisa Grübler — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Max von der Groeben hast du vielleicht schon mal im Kino gesehen. Man kennt ihn etwa aus „Bibi und Tina“-Filmen oder aus „Fack ju Göhte“. Doch der Schauspieler hat noch einen zweiten Job: Er ist auch Synchronsprecher. Er verleiht seine Stimme manchmal an Trickfiguren.

Max von der Groeben spricht im Film „Die Schule der magischen Tiere“ den Fuchs Rabbat, das magische Tier von Ida.  Fotos: LEONINE Studios/dpa
Max von der Groeben spricht im Film „Die Schule der magischen Tiere“ den Fuchs Rabbat, das magische Tier von Ida. Fotos: LEONINE Studios/dpa

Wer sich einen Animationsfilm anschaut, weiß: Die Figuren auf dem Bildschirm sind nicht echt. Bis auf eine Sache: nämlich die Stimme! Diese werden in der Regel von echten Menschen gesprochen. Synchronsprecher nennt man sie. Nur mithilfe der Stimme müssen sie die Gefühle, Emotionen und typischen Eigenschaften einer Figur ausdrücken. So etwas macht zum Beispiel Max von der Groeben. Er ist Schauspieler und Synchronsprecher. Im Interview hat er mehr über seine Arbeit erzählt.

Vor dem Mikro befindet sich ein Filter. In der Fachspreche wird er Plopp-Schutz oder Pop-Filter genannt.
Vor dem Mikro befindet sich ein Filter. In der Fachspreche wird er Plopp-Schutz oder Pop-Filter genannt.

Max, wie muss man sich deine Arbeit im Studio vorstellen?

Ich komme mit aufgewärmter Stimme morgens ins Studio. Dort gibt es den Regieraum mit einem großen Pult. Das hat ganz viele Knöpfe und Regler. Hinter einer Glasscheibe ist noch ein anderer Raum, das ist die Sprecherkabine.

Ganz schön viele Knöpfe und Regler. Damit kann man Mikros an- und ausschalten, oder den Ton anpassen und verändern.
Ganz schön viele Knöpfe und Regler. Damit kann man Mikros an- und ausschalten, oder den Ton anpassen und verändern.

Die Kabine ist dein Arbeitsplatz. Was machst du dort?

Auf einem Bildschirm in der Sprecherkabine sehe ich das Bild vom Film. Das ist oft noch nicht ganz fertig. Ich sehe die Figur und was drumherum passiert. Szene für Szene, oder manchmal auch nur Satz für Satz, spreche ich den Text ein. Wenn die Figur lächelt, dann lache ich auch. Das macht ja auch was mit der Stimme. So übertrage ich quasi meine Gefühle auf die Figur, sodass es zum Film passt. Der Regisseur oder die Regisseurin hört sich das Ganze an und gibt mir Rückmeldung. Manchmal muss ich dann den Satz nochmal langsamer oder schnell sprechen.

Also kann man sich Synchronsprechen wie Schauspielerei vorstellen? Nur dass man eben nicht vor einer Kamera oder auf einer Bühne steht.

Ja, genau! Ich schauspielere in der Sprecherkabine und lege dabei Wert auf meine Stimme. Die Gestik und Mimik übernimmt ja die Figur für mich. Aber um in die Stimmung zu kommen, ist es sehr hilfreich ein bisschen zu spielen.

Was passiert, wenn du dich mal versprichst? Oder etwas Falsches sagst?

Das ist nicht schlimm! Das passiert andauernd. Dann sagt man einfach: „Das machen wir noch mal, tut mir leid!“ Es wird ja alles aufgenommen. Man macht es so lange, bis es sitzt. Mit der Zeit hat man dann eine Routine und es geht schneller.

Was magst du an deinem Beruf?

Was mir definitiv Spaß macht, ist, dass man in außergewöhnliche Tiere und Wesen schlüpfen kann. Zum Beispiel habe ich einen Fuchs gesprochen. Den würde ich in einem normalen Fernsehfilm eher nicht spielen. So durfte ich ihn zumindest sprechen. Was auch Spaß macht, ist es Figuren ein Leben zu geben. Davor sind es animierte Objekte auf der Leinwand. Durch die Stimme, Sprache und Töne bekommen sie erst ihr Leben. Also wie spricht die Figur überhaupt: Spricht sie hell oder dunkel, schnell oder langsam? Das kann ich in Zusammenarbeit mit dem Regisseur oder der Regisseurin auch ein bisschen mitentscheiden.

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