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Svenja war als Ballmädchen bei der Frauen-WM dabei

18.07.2011 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Svenja Rode stand bei drei Spielen der Frauenfußball-WM direkt am Spielfeldrand. Die 15-Jährige ist Ballmädchen. Sie wirft den Fußballerinnen schnell einen Ball zu, wenn er im Aus landet. Auch beim Halbfinale Japan gegen Schweden in Frankfurt am Mittwochabend war sie dabei. Die Schülerin aus Egelsbach in Hessen spielt auch selbst Fußball, sie ist Torhüterin – und ein Trainer empfahl sie als Ballmädchen für die WM. dpa-Nachrichten für Kinder erzählte Svenja, dass sie vor den Partien fast wie eine echte Nationalspielerin ins Stadion einlief.

Wie habt ihr euch auf eure Aufgabe als Ballmädchen vorbereitet?

„Es gab ein Ballmädchen-Training. Da gab es einen großen Theorie-Teil, da wurde uns erklärt, was wir machen müssen, was wir dürfen, was wir nicht dürfen, wann wir eingesetzt werden. Dann gab es einen praktischen Teil. Da haben wir sieben gegen sieben gespielt und die anderen draußen die Ballmädchen-Positionen eingenommen. Und die, die gespielt haben, deren Aufgabe war es nicht, gut Fußball zu spielen, sondern den Ball ins Aus zu schießen.“

Ihr habt auch vor dem Anpfiff geprobt. Was habt ihr da gemacht?

„Wir Ballmädchen sind einmal unsere Positionen abgegangen. Und dann ist es so, dass die Einlaufkinder auch üben sollten. Das sind Sechs-, Siebenjährige. Wir Ballmädchen haben die Nationalspielerinnen nachgemacht und sind zu Hymnen ins Stadion gelaufen. Das war auch noch mal was Besonderes.“

Wie hast du dich mit den anderen Ballmädchen abgesprochen, wer der Fußballerin den Ball zuwirft?

„Meistens mussten wir uns gar nicht absprechen, weil die Spielerinnen einen angucken. Wir durften nur werfen, wenn wir Blickkontakt haben, und dann lief das eigentlich alles gut.“

Ist es anstrengend, die ganze Zeit am Rand zu stehen?

„Ja, auf jeden Fall. Wir hatten echt alle Bein- und Rückenschmerzen, weil man auch die meiste Zeit im Hohlkreuz steht. Aber das war es wert. Mein Papa hat mir den Trick verraten, dass ich mich zwischendurch einfach mal auf die Zehenspitzen stellen und ein bisschen hin und her wippen soll.“

Durftet ihr während des Spiels etwas trinken?

„Beim ersten Spiel sollten wir keine Flaschen mit reinnehmen, da haben wir dann in der Halbzeit von unseren Betreuerinnen Wasser gebracht bekommen. Aber beim zweiten war es so warm, da durften wir uns dann alle eine Flasche mit reinnehmen. Die, die an der Bande standen, hatten sie hinter die Bande gestellt. Die anderen hatten sie so hingelegt, dass keiner drüberstolpern konnte.“

Bekommt ihr etwas dafür, dass ihr Ballmädchen seid?

„Wir haben die Ausrüstung gekriegt. Schuhe, Socken, eine kurze Hose, ein kurzes Trikot, einen Trainingsanzug, eine Regenjacke und eine richtig große Tasche. Die Bälle durften wir nach dem Spiel nicht behalten, die gingen zurück an die FIFA, den Weltverband.“

Ballmädchen Svenja Rode steht vor dem WM-Halbfinale zwischen Japan und Schweden im Stadion in Frankfurt am Main auf dem Platz. Foto: Fredrik von Erichsen

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