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Supergut oder mies? – Streit um Biodiesel

30.05.2009, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Bio klingt gut, finden viele. So als wäre es gut für die Umwelt. Doch Biodiesel – und Biotreibstoffe überhaupt – sorgen für Streit. Hier ein paar Dinge, um die Kritiker und Befürworter ringen.

Sprit oder Essen: Wenn aus Pflanzen Sprit gemacht wird, kann man sie nicht essen. Wo Raps zur Produktion von Biodiesel wächst, wächst kein Getreide. Nahrungsmittel werden knapper und damit auch teurer. Und darunter leiden vor allem Menschen in armen Ländern. Das finden Gegner nicht gut. Die Befürworter dagegen sagen: Für Biodiesel werden viele Felder genutzt, die sonst leer stehen würden. Außerdem bringe er Chancen für Arme: Biosprit könnte die Landwirtschaft weltweit verändern. Vielleicht werden so viele Pflanzen dafür gebraucht, dass auch Menschen in armen Ländern sie anbauen und damit Geld verdienen können, hoffen sie.

Umwelt: Befürworter meinen, dass es super ist, Raps anzupflanzen. Er verbessere den Boden. Und nach dem Auspressen der Samen können Kühe und Schweine die Reste futtern. Gegner aber meinen: In anderen Ländern wird für Biodiesel die Umwelt zerstört. Denn im Biodiesel stecke oft auch Palm- oder Sojaöl. Für die Ölpalmen und Sojapflanzen würden etwa in Südamerika auch Regenwälder abgeholzt. Außerdem bringen Bauern zum Teil viel Dünger oder Gifte auf die Felder, damit die Pflanzen gut wachsen.

Klimaschutz oder Klimakiller: Auch wegen des Düngers ist mancher Biodiesel für das Klima sogar schädlicher als Diesel aus Erdöl. Und: Die Öle werden zum Teil weit transportiert, was ebenfalls Energie kostet und dem Klima schadet. Befürworter halten dagegen, dass das nicht so sein muss. Biodiesel, der gut hergestellt wird, sei viel besser für das Klima als normaler Diesel. Mit gutem Biodiesel könnten große Mengen Kohlendioxid eingespart werden.

Zukunftsmusik: Und überhaupt wird bald alles besser, hoffen Biosprit-Fans. In einigen Jahren wird Biosprit vielleicht aus Abfällen, Stroh oder Holz hergestellt – und nicht mehr aus Nahrungspflanzen. Viele Forscher tüfteln an Verfahren, um besseren Biosprit herzustellen. Gegner sind vorsichtig und wollen das erst einmal abwarten. In der Zwischenzeit, sagen sie, sollten die Firmen Autos erfinden, die zum Beispiel Strom statt Sprit nutzen. Und Fahrer sollten auf den Autobahnen nicht mehr so rasen dürfen. Denn langsames Fahren spart Sprit – und belastet die Umwelt weniger.

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