Schwerpunkte

Paulas Nachrichten

Suche nach Vermissten

04.07.2009 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Eine kräftige Windböe fegt über den Helenesee bei Frankfurt an der Oder in Brandenburg.

In der Luft kreist ein Hubschrauber, er wirbelt viel Wasser auf. Platsch! Aus dem Hubschrauber springt ein Polizist in den See. Im Wasser treibt ein Mann, den er retten soll. Die Badegäste am Ufer schauen zwar auf, aber richtig erschrocken sind sie nicht. Sie wissen wohl, dass das nur eine Übung ist. Sieben Polizisten aus Brandenburg und Berlin werden hier gerade zu Polizeitauchern ausgebildet.

Sie sollen später vor allem in Flüssen oder Seen nach Vermissten suchen und Beweisstücke finden, die dort versunken sind. Acht Wochen harter Arbeit über und unter Wasser liegen hinter ihnen. In einer Schwimmhalle mussten sie Bahnen ziehen, um fit zu werden. Sie mussten die Sicherheitsregeln pauken und sich zum Beispiel in Tauchmedizin auskennen. Und sie haben natürlich in Seen Einsätze geübt.

„Das Tauchen selbst muss zur Nebensache werden“, sagt Matthias Leyer. Er bildet Polizeitaucher aus Brandenburg, Berlin, Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt aus. Unter Wasser müssen sich seine Männer mit links zurechtfinden, damit sie sich auf ihre Arbeit konzentrieren können. Die sieben Polizisten haben sogar trainiert, wie man unter Wasser mit Hammer oder Bohrer umgeht. Vielleicht müssen sie irgendwann ein Hindernis aus dem Weg räumen.

Ins Wasser müssen die Polizeitaucher bei jedem Wetter und bei allen Temperaturen. Wenn sich ein Taucher einmal nicht gut fühlt, braucht er aber nicht mit. „Bei dieser Arbeit sind Ruhe und Gelassenheit am wichtigsten“, sagt Matthias Leyer. Die Polizisten müssen sich sicher sein, was sie tun. Schließlich geht es dabei auch um ihr eigenes Leben.

Polizeitaucher kommen nach einer Übung aus dem Wasser. Foto: Patrick Pleul

Paulas Nachrichten