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Streit um ein Kinderbuch

18.09.2020 05:30, Von Assata Frauhammer — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Manche Menschen sind der Ansicht, in dem Buch gebe es rassistische Stellen

Die Abenteuer von Jim Knopf und Lukas dem Lokomotivführer sind sehr beliebt. Bald kommt ein neuer Film mit den Geschichten in die Kinos. Aber über das Buch wird auch immer wieder gestritten.

Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer erleben auch in der neuen Verfilmung des bekannten Kinderbuchs ein aufregendes Abenteuer.  Foto: Joe Alblas/Warner Bros
Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer erleben auch in der neuen Verfilmung des bekannten Kinderbuchs ein aufregendes Abenteuer. Foto: Joe Alblas/Warner Bros

BERLIN. Bestimmt kennst du Lummerland, die Insel mit zwei Bergen, Jim Knopf und Lukas, den Lokomotivführer. Die Bücher über die beiden Abenteurer sind weltberühmt und wurden viele Male gekauft. Am 1. Oktober kommt auch ein neuer Film mit den Figuren in die Kinos. Autor Michael Ende hat sich die Geschichte vor 60 Jahren ausgedacht. Doch seit einiger Zeit wird über sie auch gestritten.

Einige Menschen sagen: In dem Buch „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ gibt es rassistische Stellen. Rassismus bedeutet, dass Merkmale von Menschen wie die Hautfarbe oder der Nachname mit bestimmten Eigenschaften verbunden werden. Egal, ob der Mensch diese Eigenschaften überhaupt hat oder nicht. Oft sind das schlechte Eigenschaften, der Mensch wird also abgewertet. Auch in anderen Büchern und Filmen gibt es Stellen, über die gestritten wird.

Bei dem Streit über das Buch „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ geht es vor allem um die Hauptfigur Jim, die schwarz ist. Denn als Jim in Lummerland ankommt, sagt ein Insel-Bewohner etwas über ihn, was eine Beleidigung für schwarze Menschen ist. Es wird in dem Buch nur einmal verwendet, doch das reicht schon aus, findet Karim Fereidooni. Er ist Rassismus-Forscher und meint, dass die Leser von Jim Knopf so lernen, dass es in Ordnung sei, schwarze Menschen zu beleidigen.

Außerdem wird die Darstellung von Jim kritisiert. Karim Fereidooni erklärt: „Schwarze Menschen werden oft als besonders fremd oder exotisch dargestellt. Dabei sollten sie einfach ganz normal vorkommen, wie alle anderen auch.“

Andere Menschen finden, dass die Geschichte um Jim Knopf nicht rassistisch sei. Michael Ende hat das Buch vor vielen Jahren geschrieben. Damals hätten die Menschen noch nicht so viel über die Verwendung dieser Wörter nachgedacht. Karim Fereidooni meint aber, dass sie schon immer eine Beleidigung waren.

Anti-Rassismus-Trainerin Tupoka Ogette hat das Buch als Kind gelesen. „Ich habe Jim Knopf geliebt. Der Junge, der aussah wie ich und der der Held der Geschichte war“, schreibt sie in einem Aufsatz. Aber die Stelle, über die gestritten wird, hat auch sie gestört. Sie hat sie übermalt. Karim Fereidooni möchte, wie andere auch, dass der Verlag die Stelle aus den Büchern streicht oder umschreibt. Zu anderen Stellen sollte es Erklärungen geben.

Der Verlag und andere Leute sind bisher dagegen. Eine Politikerin sagt: Man könne nicht im Nachhinein Dinge korrigieren, die vor 100 oder 200 Jahren entstanden seien. In dem Film „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ kommt die beleidigende Sprache nicht vor. Jetzt kommt mit „Jim Knopf und die Wilde 13“ das zweite Buch ins Kino.

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