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Streit um den Strom

03.01.2022 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Strom kommt aus der Steckdose. Aber wie kommt er da rein? Erzeugt werden kann Strom aus Kohle, Erdgas, Wind, Sonne und vielem mehr. Nicht alles davon ist gut für die Menschen und das Klima.

Niederlande, Groningen: An der Emsmündung sind mehrere Kraftwerke in Betrieb. Electrabel und NUON betreiben ein Gaskraftwerk, RWE Innogy einen Windpark und RWE betreibt ein Kohlekraftwerk im Energiepark Eemshaven. Hier entsteht viel Strom: Ein Kraftwerk erzeugt es aus Wind, eines aus Erdgas und eines aus Kohle.  Foto: Matthias Oesterle
Niederlande, Groningen: An der Emsmündung sind mehrere Kraftwerke in Betrieb. Electrabel und NUON betreiben ein Gaskraftwerk, RWE Innogy einen Windpark und RWE betreibt ein Kohlekraftwerk im Energiepark Eemshaven. Hier entsteht viel Strom: Ein Kraftwerk erzeugt es aus Wind, eines aus Erdgas und eines aus Kohle. Foto: Matthias Oesterle

Da waren es nur noch drei. Am Silvesterabend wurden in Deutschland mehrere Atomkraftwerke abgeschaltet. Nun laufen in Deutschland nur noch drei statt sechs solcher Anlagen. Im Inneren dieser Kraftwerke werden winzig kleine Atome gespalten, um Strom zu erzeugen.

In Zukunft auf Atomkraft verzichten

Niedersachsen, Emmerthal: Dampf steigt aus den Kühltürmen des Atomkraftwerks Grohnde auf (Langzeitbelichtung). Das Atomkraftwerk Grohnde ist gerade abgeschalten worden.  Foto: Julian Stratenschulte
Niedersachsen, Emmerthal: Dampf steigt aus den Kühltürmen des Atomkraftwerks Grohnde auf (Langzeitbelichtung). Das Atomkraftwerk Grohnde ist gerade abgeschalten worden. Foto: Julian Stratenschulte

Allerdings entsteht dabei extrem gefährlicher Müll. Das ist einer der Gründe, warum sich Deutschland entschieden hat, in Zukunft auf Atomkraft zu verzichten. Außerdem könnte ein Unfall in einem solchen Kraftwerk zu einer Katastrophe führen. Deshalb sollen auch die restlichen Atomkraftwerke bis Ende dieses Jahres ausgehen.

Andererseits: Strom brauchen wir alle. Wir nutzen ihn etwa für Licht, um Musik zu hören, ins Internet zu gehen oder um den Aufzug zu benutzen. Seit vielen Jahren verbrauchen die Menschen in Deutschland ungefähr gleich viel Strom.

Strom muss in Zukunft woanders herkommen

Der Strom aus Atomkraft muss also künftig woanders herkommen. Ein großer Teil soll durch erneuerbare Energien gedeckt werden. Das ist klimafreundlicher Strom, zum Beispiel aus Wind und Sonne. Fast die Hälfte unseres Stroms wird mittlerweile so erzeugt.

Aus erneuerbaren Energien ist Strom vor allem dann vorhanden, wenn Wind weht oder die Sonne scheint. Ist das nicht Fall, braucht es eine Alternative, damit jederzeit Strom fließt. In Deutschland werden dann etwa Erdgas-Kraftwerke angeworfen.

Das Problem: Die Verbrennung von Gas in den Kraftwerken verursacht klimaschädliche Gase. Deswegen meinen einige Leute, es wäre trotz der Probleme mit dem Müll besser gewesen, die Atomkraftwerke laufen zu lassen. Denn die erzeugen wenige dieser Gase. Gerade hat sich auch die Europäische Union Gedanken über die verschiedenen Strom-Kraftwerke gemacht. Diese Union besteht aus 27 Ländern, darunter auch Deutschland. Sie will, dass weniger klimaschädliche Gase ausgestoßen werden. Gas- oder Atomkraftwerke pusten weniger davon in die Luft als etwa Kohle-Kraftwerke. Deswegen gibt es nun den Vorschlag, sie als klimafreundlich gelten zu lassen.

Umweltschutz-Organisationen halten das aber für keine gute Idee. Sie finden: Nur Strom aus erneuerbaren Energien ist wirklich gut fürs Klima. dpa

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