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Streit um billige Milch - Was bedeutet das für Bauern?

24.04.2008 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

HAMBURG (dpa). Milch wird billiger! Viele große Supermarkt-Ketten verkaufen die Literpackung nun für 54 Cent. Bis vor Kurzem kostete sie noch 12 Cent mehr. Die Preise schwanken stark. Beim Einkaufen freut es uns, wenn wir wenig bezahlen. Doch Milchbauern protestieren gegen die Billigpreise. Denn sie bekommen nun weniger Geld.

Schauen wir uns einen Betrieb mit 200 Milchkühen an: Jeden Tag melken Arbeiter die Kühe dort zwei- bis dreimal. Dabei laufen durch die Schläuche insgesamt 4000 Liter Milch in große Tanks. Diese Milch holt eine Molkerei jeden Tag mit einem großen Tankwagen ab. Dafür zahlt sie dem Bauern Geld. Bis vor Kurzem bekam der Betrieb für seine 4000 Liter rund 1600 Euro. Jetzt, wo die Milch so billig ist, bekommt er wahrscheinlich bald nur noch 1400 Euro. Also jeden Tag 200 Euro weniger. Doch der Betrieb muss täglich weiter viel Geld ausgeben: Die 200 Kühe brauchen Futter und Wasser, Traktoren und Maschinen verbrauchen Diesel und müssen repariert werden. Damit die Melkmaschinen laufen und Lampen leuchten, muss Strom bezahlt werden. Melker und Helfer wollen ihren Lohn. Und ab und an muss der Tierarzt kommen auch der kostet Geld. All das wird jetzt nicht billiger. Im Gegenteil: Diesel, Futter und Strom sind in den letzten Monaten sogar teurer geworden. Das heißt für den Betrieb: Es kommt weniger Geld rein, zugleich muss mehr als früher bezahlt werden. Und deswegen protestieren die Bauern jetzt.

Manche Kühe sind so gezüchtet, dass sie viel Milch geben. Deswegen nennt man sie Milchkühe. Ihre Euter sind riesig. Einige geben bis zu 50 Liter Milch am Tag. Foto: Carmen Jaspersen

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