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Strecken bauen für die Formel 1

02.06.2020 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Wenn Rennfahrer über die Strecke rasen, ist seine Arbeit getan: Hermann Tilke baut Rennstrecken, zum Beispiel für die Formel 1

Mitmachgrafik: Bau deine eigene Formel-1-Strecke; Grafik: C. Goldammer/K. Losacker
Mitmachgrafik: Bau deine eigene Formel-1-Strecke; Grafik: C. Goldammer/K. Losacker

(dpa) Eine laaange Linkskurve, dann scharf rechts, und dann erst mal ein ganzes Stück geradeaus. Eine Rennstrecke im Kinderzimmer zu bauen kann richtig Spaß machen.

Hermann Tilke weiß, wie eine super Rennstrecke aussieht

Hermann Tilke weiß ganz genau, wie eine super Rennstrecke aussehen sollte. Er baut aber keine Strecken für Spielzeug-Autos, sondern zum Beispiel für die Rennwagen der Formel 1. Hermann Tilke ist 65 Jahre alt. Zusammen mit seinem Team hat er schon 19 Strecken für die Formel 1 gebaut. Zählt man andere Motorsportarten dazu, sind es sogar fast hundert Strecken auf der ganzen Welt. Zuletzt bauten seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine Strecke in Hanoi. Das ist die Hauptstadt des Landes Vietnam in Asien. Eigentlich sollten dort vor Kurzem berühmte Rennfahrer wie Sebastian Vettel und Lewis Hamilton um die Wette fahren. Doch wegen des Coronavirus ist gerade auch im Motorsport Pause angesagt.

Das Rennen in Hanoi fiel also aus. „Das schmerzt unheimlich, denn daran arbeiten viele Leute von uns“, erzählt Hermann Tilke. So eine Strecke zu bauen dauert mehrere Jahre. „In Hanoi ging die Arbeit vergleichsweise schnell“, erzählt der Experte. Etwa anderthalb Jahre dauerte es. Teilweise leben die Fachleute während der Bauarbeiten sogar in der Nähe der Baustelle.

Und worauf kommt es bei einer guten Rennstrecke an? „Das ist ganz schwierig zu beantworten“, sagt der Fachmann. Es hänge zum Beispiel davon ab, welche Art von Rennen dort stattfinden sollen. „Bei der Formel 1 muss man zum Beispiel darauf achten, dass man gut überholen kann, um spannende Rennen zu haben.“ Motorräder hingegen könnten praktisch überall überholen.

Am Anfang planen Hermann Tilke und sein Team die Strecken in der Regel an einem Modell. Das heißt, sie haben das Gelände nachgebaut und verkleinert vor sich. Manchmal legen die Planer auch Wollfäden in verschiedenen Farben über das Modell. Dann überlegen sie, wie die Strecke verlaufen könnte. „Fahren wir hier rum oder fahren wir dort rum?“, fragen sie sich dann.

Am Ende warten alle gespannt auf den ersten Start auf der neuen Strecke. Hermann Tilke sagt: „Wenn das erste Auto beim ersten Freien Training auf die Strecke fährt und das Rennen am Sonntag gestartet wird, sind das immer Highlights.“

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