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Sternleichen und Schwarze Löcher

07.06.2008 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Das Funkeln der Sterne in der Nacht zeigt nur einen ganz kleinen Teil des Universums. Im Weltall gibt es zum Beispiel gewaltige Explosionen – aber die sind mit dem bloßen Auge meist nicht sichtbar. Damit die Forscher sie trotzdem beobachten können, hat die US-Raumfahrtbehörde NASA ein neues Weltraum-Teleskop bauen lassen. Es heißt „Glast“ – das ist eine Abkürzung des englischen Namens. Am nächsten Mittwoch (11. Juni) soll es vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida ins All starten.

Es soll die kosmische Gammastrahlung beobachten. Gammastrahlen haben noch viel höhere Energien als Röntgenstrahlen, die ja auch unsichtbar sind. Wir kennen Röntgenstrahlen vom Arzt, wenn er damit das Innere unseres Körpers sichtbar macht. Aber Strahlen sind eben sehr verschieden! „Ein einzelner Gammastrahlenblitz kann in wenigen Sekunden dieselbe Energie freisetzen, die unsere Sonne in ihren gesamten zehn Milliarden Jahren Lebenszeit abstrahlt“, erläutert NASA-Forscher Neil Gehrels.

Diese Strahlung stammt im Weltall aus besonderen Quellen: von ausgebrannten Sternen, die oft auch Sternleichen genannt werden. Und von gigantischen Schwarzen Löchern, die reihenweise ganze Sternsysteme einsaugen. Und vielleicht sieht „Glast“ auch Gammastrahlen von der geheimnisvollen Dunklen Materie. Das ist ein Stoff, den man nicht sehen kann, der sich aber durch seine Anziehungskraft verrät. Das Weltall ist voll davon: Dunkle Materie ist – gemessen an ihrer Anziehungskraft – viermal häufiger als unsere Materie, aus der Planeten und auch Menschen bestehen.

Trotzdem wissen die Forscher nicht, woraus sie eigentlich besteht. Sie haben aber verschiedene Vorstellungen, was die Dunkle Materie sein könnte. Sollte „Glast“ Gammastrahlung von der Dunklen Materie entdecken, könnten sich die Wissenschaftler dadurch besser entscheiden: Welche dieser Vorstellungen könnte richtig sein? Und welche falsch? Ein spannendes Projekt.

Die künstlerische Darstellung zeigt das Weltraumteleskop „GLAST“. Illustration: NASA

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