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Stein für Stein ein Bild malen

29.10.2021 05:30, Von Karlotta Ehrenberg — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Erst liegen da nur bunte Steinchen. Die verwandeln sich dann aber in ein wunderschönes Bild. Mosaik nennt man diese Kunst. Wir haben einem Künstler im Land Italien beim Malen mit Steinen zugesehen.

Maurizio D’Ugo greift als Erstes zum Hammer. Dann macht er sich an die Arbeit und schlägt von farbigen Marmorstücken kleine Teile ab. Die sind das wichtigste Material für seine Kunst: ein Mosaik. Das sind Bilder, die aus kleinen Steinchen gelegt werden.

Mit Mosaiken werden vor allem Fußböden und Wände von Gebäuden dekoriert. Das sieht man nicht nur innen, sondern auch außen. Denn die steinernen Bilder können jedes Wetter aushalten.

Heute legt Maurizio D’Ugo eine Ansicht seiner Heimatstadt Rom, der Hauptstadt des Landes Italien. Ein Foto nutzt er als Vorlage. Darauf sieht man eine Brücke, darunter fließt der Fluss Tiber. „Das Bild habe ich vergrößert, damit es in diesen Rahmen passt“, erklärt er. Der Holzrahmen ist mit Mörtel gefüllt. Die Masse ist feucht und fühlt sich an wie Knete.

„Ehe ich mit dem Legen anfange, kopiere ich mir die wichtigsten Linien des Bildes auf den Mörtel“, sagt Maurizio D’Ugo. Dafür hält er das Foto gegen ein Fenster, so scheint die Abbildung durch.

Mit einem speziellen Stift zeichnet er auf der Rückseite die Umrisse von Brücke und Fluss nach. Diese Linien lassen sich nun auf den Mörtel stempeln.

Mit den Fingern oder einer Pinzette nimmt er nun Stein für Stein auf und drückt sie in den Mörtel. „Bei dieser Arbeit geht es nicht darum, das Foto einfach nachzulegen“, erklärt der Künstler. „Ich drücke meine persönliche Sicht aus.“ Das geschieht, indem er für die einzelnen Flächen verschieden große und farbige Steinchen auswählt.

Aber warum legt er in das graufarbige Flusswasser auch rote Teilchen? Maurizio D’Ugo erklärt: „Auf diese Weise kann ich dem Wasser eine besondere Note geben.“ Dieser Farbeffekt ergibt sich erst, wenn man das Mosaik mit etwas Abstand betrachtet. Das Wasser scheint nun zu schillern.

„Aus der Distanz verbinden sich die Steinchen zu einer Fläche, und die Farben mischen sich im Auge des Betrachters“, erklärt der Fachmann. Tatsächlich sind so die einzelnen kleinen Teile nicht mehr zu erkennen.

Tausende Steinchen benötigt Maurizio D’Ugo für das Bild von der Brücke. Etwa zehn Tage dauert die Arbeit daran. Damit der Mörtel dabei nicht trocknet, sprüht er das Bild immer wieder mit Wasser ein.

Ist er mit dem Legen fertig, fixiert er das Bild mit einem Kleber aus Mehl. Oben drauf kommt ein Stück Tuch. Das hält das Bild zusammen, während der angetrocknete Mörtel von der Rückseite abgeklopft wird. Nun kann man das Bild mit frischem Mörtel oder Fliesenkleber an einer Wand anbringen. Das Tuch auf der Vorderseite wird mit Wasser entfernt und der überschüssige Mehlkleber wegpoliert. Fertig ist das Mosaik!

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