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Steht das Ende des großen und hellen Sterns jetzt bevor?

06.04.2020 05:30, Von Philipp Brandstädter — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Was wird aus Beteigeuze? Je größer ein Himmelskörper ist, desto kürzer ist seine Lebenszeit

Sternengucker machen sich Sorgen um Beteigeuze. Der bis vor Kurzem noch so helle Stern leuchtet nicht mehr so stark wie früher. Manche Forscher vermuten: Das Ende von Beteigeuze steht bevor. Was hat es damit auf sich?

BERLIN. Er zählt zu den bekanntesten und bislang auffälligsten Sternen: Beteigeuze. Der Name kommt aus dem Arabischen. Übersetzt bedeutet er etwa Schulter des Riesen oder auch Hand des Riesen.

Die Bezeichnung deutet auch schon an, wo man Beteigeuze finden kann. Der rötlich leuchtende Stern befindet sich oben links im Sternbild Orion.

Bis vor Kurzem gehörte Beteigeuze zu den hellsten Sternen an unserem Nachthimmel. Doch vor ein paar Wochen ist er deutlich dunkler geworden.

Beteigeuze ist ein roter Riese

Manche Sternenforscher vermuten, dass der Stern bald sterben wird. Andere glauben, dass Beteigeuze eben mal stärker und mal schwächer leuchtet. Wie lange der Stern noch leuchten wird, weiß kein Wissenschaftler genau. Was die Forscher wissen ist: Beteigeuze ist ein sogenannter roter Riese. Er ist so groß wie die Jupiterbahn. Das bedeutet: Stünde Beteigeuze an der Stelle unserer Sonne, würde er die Planeten Merkur, Venus, Erde und Mars verschlucken und bis zum Planeten Jupiter reichen.

Beteigeuze ist aber nur etwa halb so heiß wie unsere Sonne. An seiner Oberfläche herrschen um die 3000 Grad Celsius. Beteigeuze ist außerdem sehr viel jünger als die Sonne. Er ist nur etwa 10 Millionen Jahre alt.

Als er entstand, lebten schon die ersten Menschenaffen auf der Erde. Bei Sternen gilt: Je größer sie sind, desto kürzer leben sie.

Dass ein Stern stirbt, kommt im Weltall häufig vor. Auch wir Menschen konnten das schon beobachten. Man sieht dann, dass ein Stern aufglüht, mal mehr, mal weniger stark. Und dann verschwindet.

Wenn Beteigeuze stirbt, dann könnten wir den Stern wohl mehrere Tage lang als sehr hellen Punkt erkennen. So hell, dass er uns nachts blenden würde. Sein Licht würde einen Schatten werfen wie etwa der Mond. Auch tagsüber könnte man ihn sehen.

Schließlich würde das Licht verschwinden. An seiner Stelle würde eine kleine Wolke übrig bleiben.

Beteigeuze ist zu weit weg, um ihn genauer zu beobachten und mehr über ihn zu erfahren. Irrwitzige 640 Lichtjahre weit weg und noch ein bisschen weiter.Das bedeutet: Das von ihm ausgehende Licht, das wir jetzt im Sternbild Orion sehen, hat über 640 Jahre gebraucht, um auf die Erde zu treffen. Und das wiederum bedeutet: Beteigeuze ist nicht vor ein paar Wochen dunkler geworden. Sondern das geschah vor über 640 Jahren.

Was wir im Weltall sehen, ist bereits Vergangenheit

Wenn wir also befürchten, dass der Stern bald stirbt, weil er schwächer leuchtet, dann wäre das schon längst passiert.

Unvorstellbar! Das Weltall ist zu riesig, um es von unserer im Vergleich winzigen Erde aus zu durchschauen.

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