Paulas Nachrichten

Spielen, klopfen, flüstern

17.08.2019, Von Karlotta Ehrenberg — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

In Berlin wurde ein Musikstück für Europa komponiert

Wie klingt der Kontinent Europa? Darüber haben sich Kinder in Berlin viele Gedanken gemacht. Am Ende kam ein Lied heraus, das nicht nur auf Instrumenten gespielt wird – sondern auch mit dem Körper.

Bei dem Musik-Workshop „Europa Jam“ im Rahmen des Musikfestivals Young Euro Classic wird an einer neuen Hymne für Europa geprobt.   Foto: Karlotta Ehrenberg
Bei dem Musik-Workshop „Europa Jam“ im Rahmen des Musikfestivals Young Euro Classic wird an einer neuen Hymne für Europa geprobt. Foto: Karlotta Ehrenberg

Zuerst ist nur ein leises Flüstern zu hören. Was die acht Kinder genau flüstern, kann man nicht verstehen. Nur dass es sich bei diesem Stimmengewirr um verschiedene Sprachen handelt. Um Sprachen aus Europa. Denn um diesen Kontinent geht es ihnen. Das Geflüster ist der erste Teil einer Hymne, die sich die Kinder in der Stadt Berlin ausgedacht haben. Eine Hymne ist ein Loblied.

Nach und nach greifen die Kinder nach ihren Instrumenten und beginnen zu spielen. Erst ganz leise und dann immer lauter. Pawel (13 Jahre alt) spielt auf der Posaune und zwischendurch trommelt er auf dem Becken. Neela (11) und ihre Freundin Elise (12) spielen die Geige und Dorel (11) abwechselnd auf der Querflöte und der Ukulele. Außerdem gibt es Kinder, die Trompete, Klavier und Gitarre spielen.

Noten gibt es dabei nicht. Die Kinder haben sich aber in einem Kurs bestimmte Tonfolgen überlegt, zusammen mit den Lehrern Maximilian Guth und Daniel Seminara. Die Tonfolgen spielen sie dann, wie sie es gerade für gut und passend halten. Also ohne einen festen Plan. Aber ist das nicht schwer, frei zu spielen und gleichzeitig auf die anderen zu hören? „Für mich ist es eine große Herausforderung“, sagt Dorel. „Aber es macht Spaß.“

Im zweiten Teil der Hymne greifen die Musiker die Melodie eines polnischen Volksliedes auf und verändern es. Das Lied hat Neela vorgeschlagen und allen Teilnehmern hat es gefallen. Die Kinder spielen die Melodie nicht zeitgleich, sondern versetzt, wie in einem Kanon.

Die Musiker, die gerade nicht dran sind, begleiten die Melodie mit Geräuschen, die sie mit ihren Instrumenten erzeugen. Da wird auf das Klavier und die Gitarre geklopft, an den Saiten gezupft oder in die Geige gepustet. Einige dieser Geräusche waren für die Kinder neu. „Das Pusten hat mir meine Freundin gezeigt“, erzählt Neela.

Aber klingt die Melodie nicht etwas traurig für eine Hymne? „Ja, aber es gibt ja auch fröhliche Teile“, sagt Pawel. „Ich finde, das passt zu Europa. Da ist ja auch nicht alles gut. Zum Beispiel, dass England nicht mehr zu der Europäischen Union gehören will.“ England möchte diesen Zusammenschluss europäischer Länder im Herbst verlassen. Im dritten Teil kommt dann noch ein weiteres Instrument dazu: der Körper. Die Kinder schnipsen mit den Fingern, reiben die Hände gegeneinander und klopfen mit den Händen auf die Schenkel. In diese Geräusche mischt sich dann wieder das Flüstern. Allmählich ebbt die Musik ab, bis sie ganz verschwindet. Toll klang diese Hymne.

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