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Spaß am Forschen Drei Mädchen aus Stuttgart haben eine Lampe erfunden, die heller wird, wenn die Umgebung dunkler wird

05.10.2013 00:00, Von Markus Brinkmann — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Der Weg zu einem Preis in der Wissenschaft ist nicht leicht. Das wissen Annalena, Emma und Katharina. Die drei 14-jährigen Mädchen haben den zweiten Preis beim Wettbewerb „Schüler experimentieren“ gewonnen. Erfunden haben sie eine Lampe, die die Helligkeit selbstständig einstellt.

Emma schaut auf die Uhr. „Jetzt haben wir noch 20 Minuten NWT.“ Sie meint damit das Schulfach Naturwissenschaft und Technik. In den vergangenen 25 Minuten hatte sie mit ihren Freundinnen Katharina und Annalena von ihrem Forschungsprojekt erzählt. Eigentlich könnten die drei auch nach Hause gehen. Die 14-jährigen Mädchen schauen sich kurz an. Lohnt sich das noch? Schnell wird klar: Natürlich lohnt sich das! „Dann können wir unseren Versuch noch fertig machen“, sagt Annalena. Voller Tatendrang packen die drei ihre Rucksäcke und laufen in Richtung Klassenzimmer. Schließlich sind die drei Mädchen junge Forscherinnen und haben bereits eine Lampe erfunden, die die Helligkeit selbstständig einstellt. Damit haben sie sogar Preise gewonnen.

Annalena, Katharina und Emma besuchen die achte Klasse des Königin-Charlotte-Gymnasiums in Möhringen. Im vergangenen Schuljahr haben die Mädchen am Wettbewerb „Schüler experimentieren“ der Jugend-forscht-Stiftung teilgenommen. Das ist ein Wettbewerb für Schüler bis 14 Jahre. Gewonnen haben sie beim Landesfinale den zweiten Platz. „Das ist aber gar nicht schlimm gewesen“, sagt Emma. „Wir dachten ja immer, dass wir da gar keine Chance haben, weil das alles kleine Einsteins sind.“ Bei der Preisverleihung hat sich dann das Gegenteil gezeigt: „Es waren alles ganz normale Kinder“, sagt Katharina.

Bei ihrem Forschungsobjekt waren sich die drei schnell einig. Die Ideen sprudeln nur so bei den Mädchen. „Wir wollten etwas Nützliches erfinden“, erzählt Katharina. Immerhin besteht das Interesse am Forschen schon lange. „NWT ist mein Hobby“, sagt Annalena. „Ich lese schon seit der Grundschule viel – auch Wissenschaftsbücher für Jugendliche.“ Sachen bauen fasziniert die 14-Jährige. „Seit der ersten Klasse will ich was mit Naturwissenschaften machen. Sachen entdecken macht mir Spaß.“ Auch bei Emma ist das Interesse an Wissenschaft groß: „Mein Vater ist Modellflieger und hat viel gebastelt“, erzählt sie. „Meine erste Frage war, wie das Flugzeug in der Luft bleibt.“

Bei der Suche nach dem Forschungsobjekt stellten die drei fest, dass sie alle das gleiche Problem hatten. „Man sitzt an den Hausaufgaben, da ist es noch hell“, erklärt Emma. „Irgendwann wird es dann dunkel und das Schreibtischlicht reicht nicht mehr aus.“ Also muss man aufstehen und ein weiteres Licht anmachen. Die Idee: „Wir wollten eine Schreibtischlampe bauen, die die Helligkeit selbst einstellen kann“, sagt Annalena. „Das Ziel war, dass das Licht immer gleich hell ist und nie dunkler wird.“

Die Lampe kann in verschiedenen Farben leuchten

Dann kam Katharina dann mit einer Studie in die Schule. „Ich hatte gelesen, dass verschiedene Lichtfarben gut sind für bestimmte Tätigkeiten“, erzählt sie. Bei rotem Licht soll man gut entspannen können. Blaues Licht dagegen soll gut zum Lesen sein, weil es die Konzentration fördert. Und bei weißem Licht kann man gut zeichnen.

„Um herauszufinden, ob diese Studie stimmt, haben wir mit unseren Klassenkameraden einen Test gemacht“, sagt Emma. Die drei Forscherinnen haben sich für die Mitschüler 30 Grundrechenaufgaben ausgedacht. „Wir haben herausgefunden, dass unsere Tester bei blauem Licht im Schnitt 2,5 Punkte mehr hatten“, sagt Katharina. Also sollte die Schreibtischlampe auch zwischen den Lichtfarben wechseln können.

Als nächstes wurden die benötigten Teile gesucht. „Am schwersten war noch die Entscheidung, was für Leuchtkörper wir nehmen“, erinnert sich Annalena. „Wir haben uns dann für LEDs entschieden, weil die viel sparsamer sind als andere Leuchten.“ Die Steuerung der Helligkeit sollte ein Computer-Chip, der die Lampe steuern sollte. Doch wie wird der programmiert? „Davon hatten wir keine Ahnung, also haben wir erst einmal Bücher gewälzt“, sagt Emma. Langsam haben sich die drei herangetastet. „Wir haben zuerst einmal ein Programm geschrieben, das die LEDs zum Blinken bringen sollte“, erzählt Annalena. Doch das hat nicht geklappt. Bis die drei den Fehler gefunden hatten, dauerte es eine Weile. Am Ende haben die drei Mädchen es dann doch geschafft. „Allerdings haben wir die kompletten Weihnachtsferien an der Programmierung gearbeitet“, sagt Annalena.

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